FASANENSTRASSE 26
10719 BERLIN
68 Projects
FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
Alexander Adams and Natela Iankoshvili
Jun 26 – July 31, 2021
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GALERIEKORNFELD  
präsentiert

The Day I Never Met You

Alexander Adams | Natela Iankoshvili


Samstag, 26. Juni, 12–19 Uhr
Eröffnung und Einführung in die Ausstellung

Laufzeit
26. Juni – 31. Juli 2021
Di–Sa, 11–18 Uhr

Für Informationen zu den aktuell geltenden Öffnungszeiten
kontaktieren Sie uns bitte:
Tel.: +49 30 889 225 890
Mail: galerie@galeriekornfeld.com

Ort
Galerie Kornfeld
Fasanenstraße 26
10719 Berlin


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Doppelausstellung„The Day I Never Met You“ treffen in der Galerie Kornfeld in Berlin Landschaftsgemälde in spektakulären Farben und präzisen Details aufeinander. Die explosive Farbigkeit in Verbindung mit der dramatischen Pinselführung der georgischen Malerin Natela Iankoshvili findet ihren Gegenpol in den detailreichen Schwarz-Weiß-Bildern des britischen Künstlers Alexander Adams. Zusammen bilden die Arbeiten eine überraschend frische Kombination, die in dieser Weise erstmalig in der Galerie stattfindet. „The Day I Never Met You“(auf Deutsch, „Der Tag, an dem ich dich niemals traf“) führt zwei Künstler*innen zusammen, die keine Möglichkeiten hatten sich persönlich zu treffen, über ihre Arbeiten jedoch durch Zeit und Raum hinweg in einen Dialog treten.

Wir freuen uns sehr, die Gedanken von Alexander Adams zu dieser besonderen Gegenüberstellung, mit Ihnen zu teilen:


"Natela Iankoshvilis Landschaften sind geprägt von einer markanten Farbkombination: Grün über Schwarz.  Iankoshvili vermittelt die Vitalität der Natur durch die Energie ihrer unbearbeiteten Pinselstriche. Wie eine Stenografin umreißt sie Formen mit raschen, reduzierten Pinselstrichen – Schrägstriche für grasbewachsene Hänge, weiße Häkchen für Wolken, Tupfen für Bäume. Robuste Baumstämme erinnern an die Extreme des georgischen Klimas; sie wiegen hin und her wie urtümliche Tänzer unter wogenden Wolkenbäuchen oder wie Urmenschen im Angesicht einer rauen und schönen Welt.

Iankoshvilis Porträts sind sehr darauf bedacht, die Persönlichkeit und das Erscheinungsbild einzufangen. Sie erinnern an Porträts der Neuen Sachlichkeit von stolzen und unabhängigen Individuen, deren Selbstbewusstsein und Attraktivität jedoch durch ein Gefühl der Isolation untergraben wird. In Iankoshvilis Porträts sind die Personen visuell isoliert, in dunklen, ungewissen Räumen; ein Verweis auf ihre verborgene Seite, ihre Phantasien und Träumereien. Obwohl ihre Posen, Kleider und Körper vertraut sind, wird deutlich, dass ihr inneres Selbst verhüllt und unerreichbar bleibt.

Es freut mich, wieder in Berlin auszustellen. Ich war sieben Jahre lang in Berlin zu Hause (2007-2014); es ist ein Ort, der mich fasziniert und verfolgt hat. Ich war besessen von dem Palimpsest der Geschichte, das man in Berlin wie nirgendwo sonst in Europa findet. Man kann die Spuren der Geschichte sehen, eingeätzt in die Steine und den Boden, heroisch, aber auch schrecklich. In meiner Kunst geht es um die Kraft der Erinnerung und das nagende Gefühl, dass die Wahrheit über eine Person oder einen Ort für uns immer unerreichbar bleiben; das Einzige, was einem übrigbleibt, ist diese Ungewissheit einzufangen und in Farbe festzuhalten. Das Entstellen und Unleserlich machen scheint ein geeignetes Thema für einen Maler in Berlin zu sein; schließlich wirkt Berlin selbst wie eine Ansammlung sukzessiver Auslöschungen.

Die ausgewählten Gemälde sind Schneelandschaften und Porträts, deren Gesichter ausgelöscht werden. Die Schneelandschaften sind Orte, die ich aus der Ferne kenne oder die ich bereits besucht habe. Die Antarktis ist ein Ort, an dem ich in meiner Fantasie gelebt habe. Alle britischen Kinder kennen die Geschichten von Scott und Shackleton, die die Wildnis erkunden; die Antarktis wird so zu einer Arena für heroische Kämpfe – die Stierkampfarena der Briten. Die Ansichten von Jämtland in Schweden sind das Ergebnis zweier Reisen, die ich unternommen habe, um bewaldete Berge und zugefrorene Seen zu malen und zu zeichnen. Drei Bilder mit verunstalteten, ausgelöschten Gesichtern wurden speziell für die Ausstellung in Berlin angefertigt.  

Es ist eine große Ehre, zusammen mit Natela Iankoshvili ausgestellt zu werden. Ihr Bemühen, die Essenz von Personen und Orten einzufangen, erinnert mich an Van Gogh, ein weiterer Künstler, den ich bewundere. Was mich an Iankoshvili am meisten inspiriert, ist ihre Unabhängigkeit und ihre Bereitschaft, Risiken einzugehen, selbst im Angesicht von Feindseligkeit. Seinen Prinzipien treu zu bleiben – ungeachtet von Spott und Widerstand – und der Mode und der Staatsgewalt zu trotzen sind Iankoshvilis wichtigste Lektionen für Künstler."
Alexander Adams, Mai 2021


Natela Iankoshvili (*Georgien, 1918-2007), Künstlerin des georgischen Volkes (1976) und Trägerin der Ehrenmedaille des Staates Georgien (1996), war eine georgische Malerin, die den Großteil ihres Lebens Bürgerin der UdSSR war. Ihre Reisen durch Europa, Kuba und Mexiko hielt sie in ihrer Kunst fest. Iankoshvili ist vor allem für ihre expressionistischen Gemälde von Figuren und Ansichten von Georgien bekannt, die weltweit ausgestellt wurden. Das Natela Iankoshvili Museum wurde im Jahr 2000 in Tiflis eröffnet.    

Alexander Adams (* 1973, England), Künstlerstipendiat der Francis Bacon Art MB Foundation, Monaco (2018), ist ein englischer Künstler, Dichter und Kritiker. Er studierte am Goldsmiths College, London (1992-6) und war 2011 Artist-in-Residence an der Albers Foundation, Connecticut. Adams ist vor allem für seine schwarz-weißen Gemälde von Figuren und Landschaften bekannt. Von 2007 bis 2014 lebte er in Berlin; heute ist er in England ansässig.

Wenn Sie weitere Informationen oder druckfähiges Bildmaterial wünschen, oder wir einen Interviewtermin mit dem Künstler vermitteln dürfen, sprechen Sie uns gerne an.

Wir freuen uns sehr auf Ihre Berichterstattung und senden herzliche Grüße,
Tilman Treusch

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GALERIE KORNFELD
presents

The Day I Never Met You

Alexander Adams
Natela Iankoshvili


Saturday, June 26, 2021, 12–6pm
Physical opening to be confirmed closer to the date.

Exhibition
June 26 – July 31, 2021
Tue–Sat, 11–7pm

For updated information about accessibility to visit the
exhibition in person please do not hesitate to contact us:
tel.: +49 30 889 225 890
mail: galerie@galeriekornfeld.com

Venue
Galerie Kornfeld
Fasanenstraße 26
10719 Berlin
Germany


Dear Sir/Madam,

The two-artist exhibition „The Day I Never Met You“ at Galerie Kornfeld, Berlin brings together landscapes in spectacular colour and pinpoint detail. The explosive colour and dramatic brushwork of Georgian painter Natela Iankoshvili and the painstaking detail and anti-natural black and white of British artist AlexanderAdams form a startling complementary pairing for the first time at the gallery. Bringing together two artists who have never had a chance to meet in person but over the years have continued to communicate through their work.


"Natela Iankoshvili’s landscapes feature her most distinctive colour combination: green over black. The vitality of nature is captured and transmitted to us through the energy of her unrevised brushstrokes. Like a stenographer, she captures forms with brisk and reduced indications – slashes for grassy inclines, white hooks for clouds, dabs for trees. Trunks of hardy trees evoke the extremes of the Georgian climate; they sway like primitive dancers under undulating cloud bellies, akin to primitive people responding to a harsh and beautiful world.

Iankoshvili’s portraits show are great care to capture the personality and appearance of her subjects. They remind me of Neue Sachlichkeit portraits of individuals who proud and independent yet their confidence and attractiveness are undercut by a sense of isolation. In Iankoshvili’s portraits, they are isolated visually, inhabiting dark spaces full of ambiguity. This suggests the subjects’ hidden side, their imaginations and their dreaming time. It outright states that whatever we find familiar in their poses, clothes and bodies, their inner selves are hidden and unrecordable.

It is a pleasure to exhibit again in Berlin. Berlin was my home for seven years (2007-2014) and it is place that fascinated and haunted me. I was obsessed by the palimpsest of history found in Berlin as nowhere else in Europe. One can see the traces of history, both heroic and terrible, etched into stone and soil. My art is about the power of memory and the nagging feeling that the truth of a person or location is just out of reach; the only response to capture that uncertainty and imprint it in paint. Defacement seems a suitable subject for a painter in Berlin, after all, Berlin itself seems to be accumulation of one erasure over another.

The selected paintings are snowscapes and defaced portraits. The snowscapes are of places I know at a distance and places I have visited. Antarctica is a setting I have lived in in my imagination. British children were told stories of Scott and Shackleton exploring the wilderness; Antarctica was an arena for a heroic struggle – the British man’s bullring. The views of Jämtland, Sweden resulted from two visits, done in order to paint and draw the wooded mountains and frozen lakes. Three defaced paintings were made especially for this Berlin exhibition.  

It is a great honour to exhibit alongside Natela Iankoshvili. Her dedication to capturing the essence of individuals and places reminds me of Van Gogh’s mission, another artist I admire. What I find most inspiring about Iankoshvili is her independence and willingness to take risks, even in the face of hostility. To remain true to one’s principles – even in the face of mockery and opposition – and defy fashion and the force of the state are Iankoshvili’s greatest lessons for every artist. "
Alexander Adams


Natela Iankoshvili (Georgia, 1918-2007), Artist of the Georgian People (1976), Medal of Honour of the State of Georgia (1996), was Georgian painter who lived most of her life as a citizen of the U.S.S.R. She travelled throughout Europe, Cuba and Mexico, recording her travels in art. Iankoshvili is best known for her Expressionist paintings of figures and views of Georgia, which have been exhibited worldwide. The Natela Iankoshvili Museum opened in Tblisi in 2000.
 
Alexander Adams (England, 1973- ), Artist Scholarship of the Francis Bacon Art MB Foundation, Monaco (2018), is an English artist, poet and critic. He studied at Goldsmiths College, London (1992-6) and was artist-in-residence at the Albers Foundation, Connecticut in 2011. Adams is best known for his black-and-white paintings of figures and landscapes. He lived in Berlin from 2007 to 2014; he now lives in England.
31 March 2021


Please do not hesitate to contact us for further information, printable images, or to arrange an interview with the artists.

Yours,
Shahane Hakobyan and Tilman Treusch

Contact
Shahane Hakobyan: hakobyan@galeriekornfeld.com
Dr. Tilman Treusch: treusch@galeriekornfeld.com

+49 30 889 225890

 

galerie@galeriekornfeld.com
www.galeriekornfeld.com

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