FASANENSTRASSE 26
10719 BERLIN
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FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
BODY – NOT FOR SALE
Gerd Bonfert, Rona Kobel, Leiko Ikemura, Nikolaus List, Anna Marie von Matt, Christian Pilz, Alina Szapocznikow, Miroslav Tichy, WOLS
24 Jan – 7 Mar 2015
Opening: Fri 24 Jan | 6–9 pm
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GALERIEKORNFELD

präsentiert

Leiko Ikemura kuratiert die Ausstelung

Body–Not For Sale


Eröffnung

Sa. 24. Januar 2015, 18–21Uhr

Laufzeit

24. Januar– 7. März 2015

Ort

Galerie Kornfeld, Fasanenstraße26, D-10719 Berlin

Leiko Ikemura curates the exhibition

PRESSEMITTEILUNG – Please scroll down for English

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter dem Titel Body – Not For Sale kuratiert Leiko Ikemura, Künstlerin und Professorin an der Universität der Künste in Berlin, eine Ausstellung mit künstlerischen Positionen verschiedener Generationen und Nationen.

Die Ausstellung präsentiert Zeichnungen, Gemälde und Fotografien von Künstlern, die bewusst nicht in einem Galeriekontext erscheinen oder aus unterschiedlichen Gründen in der Kunstmarktlandschaft unentdeckt geblieben sind und konfrontiert diese mit unbekannten Werken etablierter Künstler.

Die Auswahl der Künstler, der Werke sowie die räumliche Gestaltung der Ausstellung liegt in der Hand von Leiko Ikemura, die ihre eigene, vorrangig von künstlerischen Fragestellungen geleitete Sichtweise in unseren Räumen realisieren wird.

Die Ausstellung präsentiert Werke von Gerd Bonfert (*1953), Leiko Ikemura, Rona Kobel (*1982), Nikolaus List (*1965), Annemarie von Matt (1905–1967), Christian Pilz (*1978), Alina Szapocznikow (1926–1973), Miroslav Tichy (1926–2011) und Wols (1913–1951).

Druckfähiges Bildmaterial oder weitere Abbildungen senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu. Für Fragen oder weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Julia Prezewowsky | Dr. Tilman Treusch

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Statement zur Ausstellung von Leiko Ikemura:

Im Zentrum der Ausstellung stehen Zeichnungen, Gemälde und Fotografien von Künstlern, die bewusst nicht in einem Galeriekontext erscheinen oder aus unterschiedlichen Gründen in der Kunstmarktlandschaft unentdeckt geblieben sind. Diese werden zusammen mit unbekannten Werken von Künstlern, die bekannter sind, gezeigt und konfrontiert.

Hier kuratiere ich eine Ausstellung, welche die besondere Qualität von Künstlern zeigt, die so im Mainstream nicht zu sehen sind.

Besonders macht sie, dass ihre Eigenständigkeit und Sensibilität sich vor allem unabhängig vom Kunstbetrieb entwickelt hat.

Es ist eine interessante Herausforderung für mich, als Künstlerin mit meiner eigenen Sicht Künstler und Werke auszuwählen und die Ausstellung sowie die Ausstellungsräume zu gestalten.

Generationen und Nationen übergreifend werden Künstler recherchiert und wird eine Spannung hergestellt, die für den Zuschauer eine Entdeckung werden sollte.

body – not for sale

Die Unverkäuflichkeit des Geistes lehnt die Ökonomie um die Kunst nicht ab. Viel mehr zeigt sie eine Haltung gegenüber der Verunsicherung, die von einem irrationalen Markt ausgeht, der ausschließlich gewinnorientiert ist. Die Ausstellung wird Prismen des komplexen Innenlebens zeigen. Sie ist das Ergebnis der substantiellen Recherche über besondere künstlerische Positionen, die geleitet werden vom Glauben an die Werte, die kreiert werden, geduldig und luzid zugleich.

Im Zentrum steht auch der Körper als Gehäuse für Geist und Seele, der unmittelbar ein Medium des Ausdrucks von Transzendenz ist.

Christian Pilz’ (*1978) Zeichnung konfrontiert uns mit seinem rätselhaften Universum. Seit Jahren erforscht er die Möglichkeiten der Zeichnung in unserer schnellebigen Zeit, den Kosmos als Labyrinth unseres Denkens und Fühlens verinnerlichend. Die Detailliertheit, die sich der langen Entstehungszeit verdankt, sprengt die Mikrowelt in ein größeres Universum des Unbekannten.

Wols* (1913–1951), einer der großen und kompromisslosen Künstler unserer Epoche, wurde mit seiner Malerei, seinen Zeichnungen und Fotografien bekannt, doch die Serie der hier gezeigten kleinen Zeichnungen war bisher wenig sichtbar. Seine skizzenartige Formation zeigt eine Parallelität zu Pilz, in denen Gerüste der Kern des ewig Beginnenden sind.

Die fotografischen Arbeiten von Miroslav Tichy (1926–2011) werden mit denen von Gerd Bonfert (*1953) konfrontiert. Beide weisen Obsessionen auf: Tichys Begierde nach dem anderen Geschlecht setzt Bonfert die Auseinandersetzung mit Subjektivität, mit dem eigenen Selbst und dem eigenen Körper entgegen. Tichys Fotos, die mit versteckter Kamera gemacht wurden und zusammen mit seinen Zeichnungen gesehen werden sollten, sind Ikonen seiner geheimen Wünsche und Sehnsuchtsobjekte. In Bonferts Fotos hingegen wirken die Spuren des Lichtes, die durch eine lange Exposition entstanden sind, fast skulptural und gleichzeitig sind sie auch eine Medienreflektion, denn die Kamera ist als Instanz unsichtbar.

Nikolaus List (*1965) malt seit den 1990er Jahren Bäume, die körperhaft sind, und erschafft einen Raum, den es so nicht gibt. Diese Parallelwelt ist sowohl ästhetisch wie auch enigmatisch. Da die Bäume aus unterschiedlichen Perspektiven gestaltet sind, ergeben sich merkwürdige Raumsensationen, die das Bekannte ins Unbekannte kippen lassen.

Die Skulpturen von Alina Szapocznikow (1926–1973) sind Meilensteine der Bildhauerei des 20. Jahrhunderts. Möglicherweise beeinflussten ihre Erlebnisse im Konzentrationslager und eine sehr früh auftretende Krankheit das Bewusstsein für den eigenen Körper auf eine besondere Art. Ihre plastischen Arbeiten sind Ausdruck einer neuen, fast schmerzhaften Erfahrung der fragmentierten weiblichen Identität, vergleichbar dem Schaffen von Eva Hesse. Gleichermaßen überraschen uns ihre Zeichnungen in ihrer Wesenhaftigkeit und aufgrund der Essenz des von innen heraus empfundenen Körpers.

Rona Kobel (*1982) reflektiert über mediale Darstellungen von ikonographischem Rollenverhalten in Filmen und kreiert in ihrer digitalisierten Fotografie eigene Wirklichkeiten. Ihre aufwendig nachgestellten und inszenierten Aufnahmen werden bewusst manipuliert, um sie skulptural erscheinen zu lassen. Dabei gewinnt die surreale Körperlichkeit in ihrer Entpersonifizierung eine physikalische Präsenz.

Annemarie von Matt* (1905–1967) lebte nach dem Konflikt mit ihrem Partner und Mann, ebenfalls ein Künstler, absolut zurückgezogen in ihrer Heimat in der Zentralschweiz. Ihre Dichtung, Objekte und Zeichnungen sind einzigartig und warten nur darauf, ans Licht zu kommen, weil sie von echten Emotionen und Intelligenz getragen sind.

Leiko Ikemura

Kontakt:

Julia Prezewowsky
prezewowsky@galeriekornfeld.com

Dr. Tilman Treusch
treusch@galeriekornfeld.com

GALERIEKORNFELD
Kunsthandel GmbH & Co KG
Fasanenstraße 26
10719 Berlin
Germany

Tel +49 30 889 225 890

Fax +49 30 889 225 899


galerie@galeriekornfeld.com

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GALERIEKORNFELD

presents

Leiko Ikemura curates the exhibition

Body–Not For Sale


Opening

Fri. 24 January, 2015, 6pm -9pm

Duration

24 January–7 March 2015

Location

Galerie Kornfeld, Fasanenstraße26, D-10719 Berlin

PRESS RELEASE

Dear Ladies and Gentlemen,

Under the title Body – Not For Sale, Leiko Ikemura, artist and professor at the University of Arts in Berlin, curates an exhibition of artistic positions from different generations and across nations.

The exhibition presents paintings, drawings and photographs, that have intentionally not been shown in a gallery context, or have, for various reasons, remained undiscovered in the landscape of the art market. These works are shown alongside unknown pieces by more established artists.

The selection of artists, works and the installation of the exhibition lies in the hands of Leiko Ikemura, who uses our space to present her very own perspective, motivated primarily by artistic questions.

The exhibitions presents works by Gerd Bonfert (*1953), Leiko Ikemura, Rona Kobel (*1982), Nikolaus List (*1965), Annemarie von Matt (1905-1967), Christian Pilz (*1978),

Alina Szapocznikow (1926–1973), Miroslav Tichy (1926-2011) and Wols (1913-1951).

Please contact us for high res images, questions or if you need further information.

Yours sincerely,

Julia Prezewowsky | Dr. Tilman Treusch

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Statement on the exhibition by Leiko Ikemura:

The focus of the exhibition are drawings, paintings and photographs by artists who intentionally do not appear in a gallery context or who have remained unnoticed in the landscape of the art market for different reasons. These works are shown alongside unknown pieces by more established artists.

My intention is to curate an exhibition showing the special quality of artists who are not visible in the mainstream.

What makes them special is that their originality and sensitivity has mainly been developed independently from the art market.

It is an interesting challenge for me, as an artist with my own position, to select artists and works and to determine the nature of the exhibition and the exhibition spaces.

Artists from various generations and nations have been researched, producing a range that should be a discovery for the viewer.

body – not for sale

The unsaleability of the spirit does not reject the economics of art. Much more, it displays an attitude towards the uncertainty that comes from an irrational market, which is exclusively profit-driven. The exhibition will show prisms of the complex inner life. It is the result of substantial research of special artistic positions, stirred by the belief in values that we create, patient and lucid at the same time.

The body is also a central topic. Housing mind and soul, it is a direct medium for the expression of transcendence.

The drawings by Christian Pilz (b. 1978) confront us with his enigmatic universe. He has long used drawing to study the possibilities of the own cosmos as a labyrinth of our thinking and feeling in our fast-paced times.

The level of detail that results from his lengthy period of development expands the micro world amidst a larger universe of the unknown.

Wols (1913-1951), one of the great and uncompromising artists of our era, became known for his paintings, drawings and photographs, yet the series of small drawings and etchings shown here has remained obscure. His sketch-like formations show a parallel with Pilz, whose structures contain the core of the eternally beginning.

The photographic work of Miroslav Tichy (1926-2011) is confronted with that of Gerd Bonfert (b. 1953). Both suggest obsessions: Tichy’s desire for the opposite sex is contrasted with Bonfert’s exploration of subjectivity, with one’s self and one’s own body. Tichy’s photographs, taken with a hidden camera and which should be seen together with his drawings, are icons of his secret desires and the objects of his longing. In Bonfert’s photos, however, the traces of light caused by a long exposure seem almost sculptural and at the same time they are also a reflection of the media, as the camera remains invisible as an instance.

Since the 1990s, Nikolaus List (b.1965) has been painting trees, which are corporeal, and thus creates a space that does not otherwise exist. This parallel world is aesthetic as well as enigmatic. The trees are portrayed from different perspectives, resulting in strange spatial sensations where the known tilts into the unknown.

The sculptures of Alina Szapocznikow (1926–1973) are milestones in the sculpture of the 20th century. Perhaps her experiences in concentration camps and the early onset of disease influenced her awareness of the body in a very particular way. Her sculptural works are an expression of a new, almost painful experience of fragmented female identity, similar to the work of Eva Hesse. Her drawings are equally surprising in their essential nature and the essence of the body as perceived from within.

Rona Kobel (b. 1982) reflects on media representations of iconographic role behavior in films and creates her own realities through digitized photography. Her intricately rearranged and staged photographs are deliberately manipulated in order to give them a sculptural appearance. Their surreal physicality gains a physical presence through depersonalization.

Anna Marie von Matt (1905-1967) retreated entirely with her partner and husband, also an artist, to their home in Central Switzerland after a conflict. Her poetry, objects and drawings are unique, and are just waiting to come to light because they are informed by real emotions and intelligence.

Leiko Ikemura

Contact:

Julia Prezewowsky
prezewowsky@galeriekornfeld.com

Dr. Tilman Treusch
treusch@galeriekornfeld.com

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