FASANENSTRASSE 26
10719 BERLIN
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FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
Reise nach Georgien
Natela Iankoshvili | Christopher Lehmpfuhl
26 Apr – 16 June 2018
Opening: Thu 26 April 2018 | 6–9 pm
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GALERIE KORNFELD

präsentiert

REISE NACH GEORGIEN. Christopher Lehmpfuhl und Natela Iankoshvili

Eröffnung

Do,  26. April 2018, 18–21 Uhr

Laufzeit

26. April – 16. Juni 2018

Ort

Galerie Kornfeld, Fasanenstraße 26, D-10719 Berlin

Öffnungszeiten

Di–Sa, 11–18 Uhr

Sonderöffnungszeiten Gallery Weekend

Fr, 27. April: 11–21 Uhr
Sa, 28. und So, 29. April: 11–19 Uhr

Buchvorstellung

Do, 24. Mai, 18:00 Uhr

PRESSEMITTEILUNG  please scroll down for English

Die Galerie Kornfeld freut sich sehr, eine Zwei-Personen Ausstellung mit Gemälden von Natela Iankoshvili und Christoper Lehmpfuhl anzukündigen. Die Ausstellung zeigt Georgien als Inspirationsort für zwei bemerkenswerte Künstler mit radikal unterschiedlichen
Perspektiven: einerseits ein zeitgenössischer, in Berlin geborener und ansässiger Maler, der mit bloßen Händen unter freiem Himmel malt, in einem Land, dass er nie zuvor besucht hat. Andererseits eine starke Frau, die von 1918 bis 2007 in Georgien lebte und als
bedeutendste georgische Künstlerin des 20. Jahrhunderts gilt, und die ihre Heimatlandschaft in einem unverwechselbaren Stil, mit kraftvollen Pinselstrichen auf dunklem Hintergrund, malte.

Für die Anfertigung der hier ausgestellten Werke wurde (*1972) von der Galerie Kornfeld zu einer Malreise nach Georgien eingeladen, begleitet von Galerist Mamuka Bliadze, der dem Künstler als Reiseführer und Vertrauter zur Seite stand, als dieser Bilder der georgischen Landschaft und der Hauptstadt Tiflis in seinem charakteristischen Stil malte – die Hände voller Ölfarbe, unter freiem Himmel, bei Hitze, Kälte, Sonne, Regen und Wind. Christopher Lehmpfuhl widmete sich den verschiedenen Landschaften des Kaukasus, wie etwa dem Kasbek, einem schlafenden Vulkan und einem der höchsten Berge Georgiens, dem Kloster Dschwari und der Swetizchoweli-Kathedrale, allesamt Orte, die sinnbildlich für Georgiens reiche und jahrhundertealte Geschichte stehen. Zudem malte er Sighnaghi, eine bekannte Stadt in der Weinbauregion Kachetien, und schließlich auch die Hauptstadt Tiflis, eine lebendige, moderne Stadt mit ihrer eigenen langen Geschichte.

Lehmpfuhls Schaffensprozess gründet auf den materiellen Bedingungen der Farbe und seiner Erinnerung an die Umgebung, die er malt. Er knüpft damit an eine Reihe von psychologischen und phänomenologischen Vorstellungen über die Wahrnehmung an, die sich parallel zum Impressionismus und frühen Protoimpressionismus des späten 19. Jahrhunderts entwickelten. Lehmpfuhls Bilder verbinden ein Gespür für Materie mit der Unmittelbarkeit eines erweiterten Geistes, der sie gleichzeitig wahrnimmt und imaginiert, als auch mit dem wahrgenommenen inneren Bild, das beim ersten Betrachten eines Motivs entsteht. Sie beginnen als Perzept oder als mentales Bild, das imaginiert und gespeichert wird und danach durch das aktive Fingermalverfahren des Künstlers vor Ort umgesetzt wird. In den Worten des Künstlers: „Bevor ich anfange, habe ich eine Erinnerung oder eine Idee, eine Art Skizze in meinem Kopf.“ Aufgrund der schweren Impasto-Spuren der Ölfarbe und der großformatigen Leinwände zeugen die Oberflächen von Lehmpfuhls Gemälden genauso von ihrer Entstehung wie von den Motiven, die sie darstellen. So werden die georgischen Landschaften und architektonischen Themenbilder zwar durch die fokussierte Wahrnehmung des Künstlers gefiltert, sind aber dennoch als genau ausgewählte Landschaftsorte erkennbar.

Die Künstlerin (1918-2007) war eine Ikone in ihrer georgischen Heimat. Auch heute noch gilt ihr Werk für viele als nationales Kulturgut. Ihre Gemälde sind bekannt für ihre atmosphärische, sinnlich-farbenfrohe Darstellung der Landschaften ihrer Heimat, als auch für ihre Porträts von Freunden und Menschen aus ihrer Gemeinde. Sie war eine äußerst produktive Künstlerin mit einem Lebenswerk, das mehr als 2000 Bilder umfasst. Iankoshvilis unverwechselbarer Stil zeichnet sich durch seine dunklen Schwarz- und Grüntöne aus, als auch durch die leuchtenden Lichtmomente, die aus dem Feld der Dunkelheit hervorbrechen. Bezüge zu den Gemälden des Blauen Reiter finden sich ebenso wie Anspielungen auf so unterschiedliche Künstler wie El Greco oder Paul Gauguin.

In ihren Landschaftsbildern verschmelzen kraftvolle Formen, die souverän, mit wenigen Pinselstrichen auf dem schwarzen Hintergrund umrissen werden, zu farbenfrohen Bildern. Figuren und Landschaften erblühen auf dem dunklen Hintergrund. In ihrer Maltechnik gehen die Töne und Farben allmählich ineinander über und erzeugen verschwommene Formen, die sich auf der Oberfläche der Leinwand zu bewegen scheinen. Ihre Gemälde von Georgien, die einen prominenten Platz im Werk der Künstlerin einnehmen, sind bemerkenswert für die Art, wie sie Szenen der nationalen Landschaft darstellen.

Christopher Lehmpfuhls Landschaftsimpressionen von Georgien, einem Land, dass ihm fremd ist, verschieben das optische Paradigma von Natela Iankoshvilis Georgien-Wahrnehmung. Iankoshvili und Lehmpfuhl porträtieren die georgische Landschaft durch Erkundungen von Fremdheit und dem was verschiedene Bezugsrahmen, nahe oder fern der Heimat, hervorbringen können. Ausgehend von dieser doppelten Auseinandersetzung mit Georgien, stellt die Ausstellung die Frage: Welche neuen Aspekte kommen zum Vorschein wenn man die Heimat eines anderen durch das Prisma der Malerei betrachtet? Anhand dieser zwei kontrastierenden Sichtweisen – von Iankoshvilis Heimat als einem Ort der Erkundung bis zu Lehmpfuhls handkreiertem Reisetagebuch – zeigt die Ausstellung Georgien als einen Ort der Entdeckung.

Christopher Lehmpfuhl, ehemaliger Meisterschüler von Klaus Fußmann an der Hochschule der Künste in Berlin, erhielt zahlreiche Auszeichnungen darunter ein Stipendium der Bayerischen Akademie der Bildenden Künste und den GASAG Kunstpreis Berlin. Zum 20. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung 2009 erhielt der Künstler den Auftrag, die 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland zu malen. Seine Arbeiten wurden in Museen und Galerien im In- und Ausland gezeigt, zuletzt im Marburger Kunstverein. Die Ausstellung „Schlossplatz im Wandel“, in der er sich in einer großen Werkgruppe mit dem Abriss des Palastes der Republik und dem Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses beschäftigt, ist für Anfang 2019 in Berlin geplant.

Ein 88-seitiges, vom Wienand Verlag herausgegebenes Buch, mit einer Einführung von Mamuka Bliadze, einem kunsthistorischen Essay des britischen Kunsthistorikers Mark Gisbourne und Farbbildern von allen Gemälden, die Christopher Lehmpfuhl während seiner Georgienreise malte, wird am vorgestellt.  

Natela Iankoshvili (1918-2007) ist das Kronjuwel der georgischen Malerei und steht sinnbildlich für die Lebendigkeit und Authentizität Osteuropas. Iankoshvili war die bedeutendste georgische Künstlerin, die sich dem von der Sowjetunion vorgeschriebenen sozialistischen Realismus widersetzte, welcher idealisierte Bilder der trostlosen kommunistischen Wirklichkeit kreierte. Sie entwickelte ihre eigene, höchst individuelle Maltechnik und eine poetische Herangehensweise an die Farbe.  Obwohl sich Iankoshvili während der sogenannten Tauwetter-Periode unter Nikita Chruschtschow, die eine gewisse Liberalisierung der sowjetischen Kultur in den 1960er Jahren nach sich zog,  drastisch von anderen zeitgenössischen sowjetischen Malern unterschied, bekam sie dennoch die außergewöhnliche Gelegenheit, nach Europa und Kuba zu reisen, wodurch sie ihr visuelles Vokabular erweitern konnte und bei ihren künstlerischen Entscheidungen noch mutiger wurde. Zu ihren Lebzeiten wurde ein Museum eröffnet, in dem ihr künstlerisches Lebenswerk von über 2000 Gemälden und Zeichnungen aufbewahrt wird. Es ist bemerkenswert, dass unter den vielen bekannten Besitzern von Iankoshvilis Werken eine beträchtliche Anzahl von Schriftstellern ist: der kubanische Nationaldichter Nicolas Guillen, der bedeutende italienische Poet Mimo Morina, der russische Kunsttheoretiker M.S. Kagan, der Klaviervirtuose Sviatoslav Richter, und nicht zuletzt Eduard Schewardnadse, der letzte Außenminister der Sowjetunion. Iankoshvili regt das Auge des Betrachters durch neoexpressionistische, lakonische und atypische Farbkontraste und Sättigungen an. Ihre Bilder haben etwas von der Kraft leuchtender Juwelen und wirken als ob sie erst gestern auf die Leinwand aufgetragen wurden. Iankoshvilis Gemälde fanden große Anerkennung, als sie 2017 in der „Rediscovery“-Sektion der Art Brüssel gezeigt wurden. Im werden sie bei der zu sehen sein.    

Kontakt:

Dr. Tilman Treusch

Kunsthandel GmbH & Co KG

Fasanenstraße 26

10719 Berlin

+49 30 889 225 890


galerie@galeriekornfeld.com

http://www.facebook.com/GalerieKornfeld

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PRESS RELEASE

GALERIEKORNFELD presents ChristopherLehmpfuhl and Natela Iankoshvili. Reise nach Georgien

Opening

Thu, 26 April 2018, 6–9pm

Duration

26April – 16 June 2018

Venue

GalerieKornfeld, Fasanenstrasse 26, D-10719 Berlin

Opening hours:

Tue–Sat,11am – 6pm

Specialopening hours Gallery Weekend

Fri,27 April: 11am–9pm
Sat, 28 and Sun, 29 April: 11am–7pm

Lehmpfuhl,Morgenlichtim Terek-Tal,2017

BookLaunch

Thu 24 May 6pm

Dear Ladies and Gentlemen,

Galerie Kornfeld is pleased to present a two-person exhibition of paintings from Natela Iankoshvili and Christopher Lehmpfuhl. This exhibition looks at Georgia as a site of inspiration for two strong artists coming from radically different positions: a contemporary male painter who was born and still lives in Berlin, Germany, works on the spot in a country he has never visited before, and paints there with his hands, en plein air. And a strong woman, who was born and lived in Georgia from 1918 to 2007, and who can be regarded as the most notable Georgian female artist of the 20th century, paints the landscapes of her home country in her own, unique style, with powerful brushstrokes set on a dark background.

To produce the works for this exhibition, Christopher Lehmpfuhl (b. 1972) was invited by Galerie Kornfeld to a journey to Georgia, accompanied by gallery director Mamuka Bliadze who served as a guide and confidant to the artist as he painted images along the Georgian countryside and in the capital Tbilisi in his signature style – hands in oil paint, executed on the spot, in heat and cold, sun, rain and wind. Christopher Lehmpfuhl painted the sites of Caucasus with Mount Kazbeg, a sleeping volcano and one of the highest mountains of Georgia, Jvari Monastery and Svetitskhoveli Cathedral, sites that illustrate Georgia’s rich and century old history. As well as Sighnaghi, a well-known town in Kakheti, a region where wine is cultivated, and finally Tbilisi, the capital, a vibrant, modern city on one hand, and a city with its own long history on the other.

The creative process of Lehmpfuhl’s painting is rooted in the conditions of the materiality of paint and his memory of painting his surrounding scenery. Following from a psychological and phenomenological set of ideas about perception that emerged alongside late nineteenth century Impressionism and early Proto Expressionism. Lehmpfuhl’s paintings connect the sense of matter to the immediacy and expanded condition of the mind that is simultaneously sensing and imagining it, to the perceived interior image that is formed in the act of first viewing a chosen motif. It begins as a percept or mental image that is imagined and memorized and thereafter process enacted through the artist’s active finger painting procedures on the spot, or, as the artist says: “I have a memory or idea before I start, this is a sort of sketch in my head.” Through heavy impasto marks in oil paint and large scale canvases the surface of Lehmpfuhl’s paintings tell as much of a story of their making as the images they depict. Hence the Georgian landscapes and architectural subject paintings, while yet filtered through the focused perception of the artist, still nonetheless are selected as recognizable landscape locations.

Female artist Natela Iankoshvili (1918–2007) was an iconic artist in her home country of Georgia. Even today many regard her work as a national treasure and her paintings are known for their moody, luscious colorful quality depicting landscapes of her home country as well as portraits of friends and community members. She was a prolific artist, including more than 2,000 works in her oeuvre. Iankoshvili’s recognizable style is known for its dark blacks, greens and
gleaming moments of light erupting out of a field of darkness. A relationship to the paintings of the "Blauer Reiter" can be found, as well as reminiscences to artists as diverse as Niko Pirosmani, El Greco or Paul Gauguin.

In her landscape paintings, powerful forms, confidently outlined with only a few brush-strokes on the black background, merge into vividly colored images. Figures and landscapes burst into bloom on the dark ground. Her technique is such that tones and colors shade gradually into one another to create hazy forms that feel in movement on the surface of the canvas. Her paintings of Georgia, that occupy a prominent place in the artist’s work, are noteworthy in the way they depict scenes from a national landscape.

Christopher Lehmpfuhl’s impressions of the landscape of Georgia, a land foreign to him, shifting the paradigm of the lense of Georgia as seen by Natela Iankoshvili. Through explorations of foreignness and what contexts, close to and far away from home can create, Iankoshvili and Lehmpfuhl portray the Georgian landscape. Through this examination of Georgia from two distinct positions this exhibition asks the question: what new things are to be seen, when observing another’s home through painting? From two perspectives across the table: from home as the site of investigation for Iankoshvili; to a travel journal filtered through Lehmpfuhl’s hands, this exhibition finds Georgia as a site for discovery.


Christopher Lehmpfuhl
, a master student of Klaus Fußmann at the Hochschule der Künste in Berlin, has received numerous awards, including a scholarship from the Bavarian Academy of Fine Arts and the GASAG Art Award Berlin. For the 20th anniversary of Germany’s reunification in 2009 the artist received a commission to paint the 16 States of the Federal Republic of Germany. His works have been shown in museums and galleries all over Germany and abroad, most recently at the Marburger Kunstverein. The exhibition “Schlossplatz im Wandel”, featuring the large body of works that focus on the demolition of the Palast der Republik and the reconstruction of the Berliner Stadtschloss, is planned for early 2019 in Berlin.

Natela Iankoshvili studied at the Art Academy in Tbilisi and presented her work in numerous solo and group exhibitions in Georgia, the Soviet Union and abroad. She received several awards, including the Shota Rustaveli-Prize, the most prestigious art prize in Georgia. Her works are presented in prestigious collections like the Tretyakov State Gallery in Moscow or the National Gallery in Tblisi.
From May  3–6, 2018 Galerie Kornfeld will present Natela Iankoshvili's work at Frieze New York, her first exhibition in the US.


A book, published by Wienand Verlag, 88 pages, with an introduction by Mamuka Bliadze, an art historic essay by British art historian Mark Gisbourne and color images of all works from Christopher Lehmpfuhl's trip to Georgia, will be launched on Thursday, May 24 at 6pm.

Should you require further information, or wish to interview Christopher Lehmpfuhl, please do not hesitate to get in touch.

We are happy to provide printable images on request.

Best regards,

Tilman Treusch


Contact

Dr. Tilman Treusch

Kunsthandel GmbH & Co KG

Fasanenstraße 26

10719 Berlin

Phone +49 30 889 225 890

galerie@galeriekornfeld.com

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