FASANENSTRASSE 26
10719 BERLIN
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FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
DRAWINGS AND ETCHINGS
Recent graphic works by Robert Fry, Voldemars Johansons, Franziska Klotz, Christian Pilz, Alexander Polzin, Susanne Roewer and Michael Wutz
25 Jan – 22 Feb 2014
Opening: Sat 25 Jan | 6–9 pm
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PRESSEMITTEILUNG – Please scroll down for English

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der ersten Gruppenausstellung unserer Galerie zeigen wir aktuelle Grafiken von Robert Fry (GB), Voldemars Johansons (LV), Franziska Klotz (D), Christian Pilz (D), Alexander Polzin (D), Susanne Roewer (D) und Michael Wutz (D).

Das Zeichnen als der Ursprung aller grafischen Künste ist eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Die Zeichnung, die sich mit einfachsten technischen Mitteln realisieren lässt, ist bis heute das Medium, welches den Ideen der Künstler am unmittelbarsten Ausdruck verleiht. Als Ideenskizze, Studie oder Vorzeichnung half sie sowohl bei der Umformung von Gesehenem in eine ästhetische Form als auch bei der Entwicklung ambitionierter Kompositionen. Die Radierung und andere im Laufe der Jahrhunderte entwickelte grafische Reproduktionstechniken dienten zunächst vorrangig dazu, die zeichnerisch festgehaltenen Ideen zu reproduzieren, um sie mit Künstlerkollegen und einem stetig wachsenden Kreis von Interessierten zu teilen.

In jüngster Zeit hat sich das Medium von seiner dienenden Funktion als Vorzeichnung und Ideenskizze befreit: Zeichnung und Grafik sind autonom geworden. Mit einer repräsentativen Auswahl von Werken auf Papier und Leinwand umreißt unsere Ausstellung die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten sowie die Unterschiedlichkeit der künstlerischen Stilmittel zeitgenössischer Zeichenkunst.

Im Schaffen von Robert Fry (*1980) nimmt die Radierung breiten Raum ein. Als autonome Kompositionen vereinen die Werke in unserer Ausstellung unterschiedliche Perspektiven und stellen so die gewohnte Wahrnehmung infrage. Der Künstler arbeitet virtuos mit den unterschiedlichen Modi der Kaltnadelradierung, seine Werke wirken zugleich visionär wie realistisch.

Voldemārs Johansons (*1980) zeigt eine Gruppe abstrakter Blätter, die einen Grenzbereich zwischen Fotografie und Zeichnung besetzen: mit Hilfe eines starken Lichtstrahls, der durch Prismen und andere Glaskörper gebrochen wird, zeichnet der Künstler abstrakte, dynamische Strukturen auf ein zuvor mit einer speziellen chemikalischen Flüssigkeit getränktes Blatt. Die Linien auf dem Papier verdanken sich den Handbewegungen des Künstlers. Zufällige und kompositionell gelenkte Strukturen vereinen sich.

Franziska Klotz (*1979) zeichnet, um sich sich der eigenen Wahrnehmung bewusst zu werden und diese in bildhafte Kompositionen zu transferieren. Das Medium ist bei ihr beides: vorbereitende Studie und autonomes Kunstwerk. In ihrer farbigen Reduziertheit sind ihre gegenständlichen Zeichnungen von starker visueller Kraft.

Die Zeichnungen und Radierungen von Christian Pilz (*1978), der ausschließlich im Bereich der Grafik arbeitet, geben Einblick in visionäre Parallelwelten, die zwischen Zukunft und Vergangenheit angesiedelt scheinen. Die kleinformatigen Radierungen unserer Ausstellung konstruieren mittels feiner Linien Strukturen, die ebenso an Zellen und biologisch Gewachsenes wie an Explosionszeichnungen und damit an von Menschenhand Geschaffenes erinnern. Allen Werken des Künstlers wohnt ein katastrophisches Element inne: die wohldurchdachte kompositionelle Ordnung ist bereits in Auflösung begriffen.

Alexander Polzin (*1973) setzt sich in einer Grafikserie mit dem „Totentanz“ von Hans Holbein auseinander. In einem ersten Schritt paraphrasiert er in seinen Monotypien Motive aus Holbeins Holzstichserie. Diese werden gedruckt und in einem zweiten Schritt mit floralen Motiven in roter Farbe übermalt. Die tanzenden Skelette auf seinen Blättern werden von den Blumen in den Hintergrund gedrängt. Das Leben überwindet den Tod.

In den grafischen Werken von Susanne Roewer (*1971) ist die Zeichnung nur ein Element unter vielen. Fundstücke, bedruckte Papiere, Zeichnungsfragmente und farbige (Aquarell-)Malerei verbinden sich bei ihr collagehaft zu einem neuen Bildganzen. Der Betrachter ihrer Blätter ist dazu eingeladen, den teils divergierenden Spuren in ihren Kompositionen zu folgen.

Michael Wutz (*1979) arbeitet nahezu ausschließlich mit grafischen Techniken. Verlassene Räume, Totenschädel, Figuren mit geschlossenen Augen, die ebenso Schlafende wie Tote darstellen könnten ­– in seinen Zeichnungen und Radierungen greift der Künstler auf literarische Vorlagen ebenso wie auf die Zeugnisse vergangener und fremder Kulturen zurück.

Weitergehende Informationen sowie druckfähiges Bildmaterial senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu. Für Fragen oder weitere Informationen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Tilman Treusch

Kontakt:

Dr. Tilman Treusch
treusch@galeriekornfeld.com

GALERIEKORNFELD
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Fasanenstraße 26
10719 Berlin
Germany

Tel +49 30 889 225 890

Fax +49 30 889 225 899


galerie@galeriekornfeld.com

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Dear Ladies and Gentlemen,

in the first group exhibition at our gallery, we show recent graphics by Robert Fry (GB), Voldemars Johansons (LV), Franziska Klotz (D), Christian Pilz (D), Alexander Polzin (D), Susanne Roewer (D) and Michael Wutz (D).

Drawing, as the origin of all graphic arts, is one of the oldest cultural techniques of humanity. The drawing, which can be implemented with simple technical means, is still the medium that gives the most direct expression to the ideas of artists. As a sketch, a study or preliminary drawing, it helps both in the transformation of what has been seen into an aesthetic form, as well as in the development of ambitious compositions. Etching and other graphic reproduction techniques developed over the centuries, and were initially intended to reproduce the ideas held in a drawing in order to share them with fellow artists and an ever-growing circle of interested people.

More recently, the media has been released from its practical function as a preparatory drawing or ideas sketch: Drawing and graphics have become autonomous. With a representative selection of works on paper and canvas, our exhibition outlines the diversity of expression as well as the variety of artistic devices found in contemporary drawing.

Etching plays a strong role in the works of Robert Fry (b. 1980). As autonomous compositions the works in this exhibition unite different perspectives and thus call familiar perception into question. The artist works brilliantly with different modes of drypoint, making his works seem both visionary and realistic.

Voldemārs Johansons (b. 1980) shows a group of abstract prints that occupy a border area between photography and drawing: With the help of a strong beam of light, which is refracted through prisms and other glass bodies, the artist draws abstract, dynamic structures on sheets that have been treated with a special chemical liquid. The lines on the paper result from the hand movements of the artist. Random and compositionally directed structures are united.

Franziska Klotz (b. 1979) draws in order to become aware of her own perception and to transfer this into pictorial compositions. For her, the medium is both a preparatory study and an autonomous work of art. With their colored minimalism, her representational drawings have a strong visual effect.

The drawings and etchings by Christian Pilz (b. 1978), who works exclusively in the area of graphics, give an insight into visionary parallel worlds that seem to be found somewhere between past and future. The small-format etchings in our exhibition use fine lines to create structures that are reminiscent both of cells and biologically grown materials, as well as drawings of explosions and other manmade phenomena. A catastrophic element is inherent in all of his works: The elaborate compositional order is already in a state of dissolution.

Alexander Polzin (b. 1973) addresses the „Dance of Death“ by Hans Holbein in a graphic series. In a first step, he paraphrases Holbein’s woodcut series using his monotype motifs. These are printed and, in a second step, painted over with floral motifs in red. The dancing skeletons on the paper are pushed into the background by the flowers. Life overcomes death.

In the graphic works of Susanne Roewer (b. 1971), drawing is only one element among many. Found objects, printed papers, fragmentary drawings and colored (watercolor) painting are combined in a collage-like way to form a new picture as a whole. The viewer is invited to follow the sometimes divergent paths in her compositions.

Michael Wutz (b. 1979) works almost exclusively with graphic techniques. Abandoned spaces, skulls, figures with closed eyes that could either be sleeping or dead – in his drawings and etchings, the artist references literary sources as well as relics from ancient and foreign cultures.

Further information and printable images are available on request. For questions or further information, we are very happy to help.

Sincerely,

Dr. Tilman Treusch

Contact:

Dr. Tilman Treusch
treusch@galeriekornfeld.com

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