FASANENSTRASSE 26
10719 BERLIN
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FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
Franziska Klotz | Memories of Tomorrow
Memories of Tomorrow
16 Mar – 21 Apr 2018
Opening: Fri 16 Mar | 6–9pm
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GALERIEKORNFELD

präsentiert

FranziskaKlotz: Memories of Tomorrow

Ausstellungseröffnung

Fr.16. März 2018, 18–21 Uhr

Laufzeit

16.März – 21. April 2018

Ort

GalerieKornfeld, Fasanenstraße 26, D-10719 Berl

PRESSEMITTEILUNG  please scroll down for English

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem sie sich in den vergangenen Jahren bis an die Grenzen der Abstraktion vorgewagt und diese gelegentlich sogar überschritten hat, kehrt Franziska Klotz in ihren aktuellen Werken zu einer Malerei zurück, die sich wieder stärker am Gegenstand orientiert. Im Zentrum unserer Ausstellung steht eine Gruppe von neun Gemälden, die ausnahmslos Gesichter von Frauen zeigen, die uns ernst und würdevoll, vor allem aber selbstbewusst anschauen. Ganz Motiv – und gleichzeitig ganz Malerei. Befremdlich und doch vertraut, nah und doch fern.

Bei näherem Hinsehen offenbart sich das Besondere dieser Gesichter: die Modelle von Franziska Klotz’ Gemälden sind keine Mädchen und Frauen, die der Malerin von Angesicht zu Angesicht gegenübersaßen, sondern auf dünne Holztäfelchen gemalte Bildnisse von Frauen, die schon seit nahezu zweitausend Jahren nicht mehr unter den Lebenden weilen. Festgehalten von unbekannten Malern in Ägypten porträtieren diese im römischen Stil gemalten Bilder Damen der Oberschicht, die ursprünglich in einem Bildfenster in die mumifizierten, in dünne Gazestoffe gehüllten Leichen eingebunden waren. Das Antlitz der Verstorbenen konnte so in seiner ungebrochenen Schönheit und Individualität für die Nachwelt bewahrt werden. Als Andenken an die Jugend, an die Schönheit, an die Eleganz, an die Weisheit… kurz: an das Leben in seiner Vielfalt und Einzigartigkeit.

Nun erklären sich auch die Brüche, die Verletzungen und die Fehlstellen, die diese zweifach gemalten Gesichter aufweisen. Diese sind weder Spuren eines gestisch-expressiven Malaktes heute, noch Wunden zweitausend Jahre alter Gesichter. Es handelt sich vielmehr um die Spuren, welche die Geschichte den Holztäfelchen und ihren Darstellungen aufgedrückt hat.

Die Mumienporträts von Franziska Klotz sind Bilder von Bildern, die das ursprünglich gemalte Abbild ebenso ernst nehmen wie dessen Geschichte als Objekt. Die Werke von Franziska Klotz porträtieren einen Gegenstand, der selbst Malerei ist: ein Holztäfelchen, versehen mit einem gemalten Frauenbildnis. Franziska Klotz’ Mumienporträts sind damit ein Nachdenken über die Malerei und ihre Aufgaben mit den Mitteln der Malerei selbst. Vor allem aber sind sie eine tief empfundene Reflexion über das Wesen der Zeit. Geleitet von Fragen wie „Was ist die Ewigkeit?“ oder „Was bleibt übrig?“ wird der vergänglichen Natur die ewige und unvergängliche Kultur gegenübergestellt.

Bei allem Realismus der Darstellung – sowohl der zweitausend Jahre alten Frauenporträts auf ihren Holztäfelchen als auch der Leinwandbilder eben dieser auf Holztäfelchen gemalten Bildnisse bei Franziska Klotz – am Ende trägt die Kunst den Sieg davon. Schon der ursprüngliche Zweck der Porträts, das Schmücken des einbalsamierten und damit bereits artifiziell aufbereiteten Körpers mit einem gemalten Porträt, ist ein Sieg der Kultur über die Natur, der hier durch die Kunst Ewigkeit verliehen wird. Diese Kunstobjekte mit ihrer eigenen, zweitausendjährigen Geschichte verwandelt Franziska Klotz zu Werken, die viel mehr sind als ein bloßes Abbild. Ihre Handschrift, ihr individueller Pinselstrich, ist ebenso zu spüren wie die Handschrift des Malers, der vor fast zweitausend Jahren das Porträt einer Ägypterin im römischen Stil auf ein dünnes Holztäfelchen malte.

Aber so wie die Zeit ihre Spuren auf dem ägyptischen Artefakt hinterlassen hat, wird auch das kürzlich erst entstandene Gemälde von Franziska Klotz einmal seine Geschichte haben und von einer Künstlerin erzählen, die sich im Zeitalter digitaler Virtualität auf handgreifliche Weise mit einem die Zeit überdauernden Objekt auseinandergesetzt hat. Nicht die ewige Jugend von Dorian Gray zeigt sich in Franziska Klotz’ Werken, aber auch nicht die Schrecken des Bildnisses, das an seiner Statt auf so schreckliche Weise gealtert ist. Sondern eine Würde des Alters und ein Respekt vor der Geschichte, der individuellen ebenso wie der der gesamten Menschheit.

Dieser Respekt vor den Dingen kennzeichnet auch die anderen Werke der Ausstellung mit ihren Darstellungen von Pflanzen, einem Brief, der Fassade eines Hauses, einem schlafenden Menschen oder einer Tür, die mit ihrer Vielzahl von Gegenständen an eine Pinnwand erinnert. Die sichtbare Welt wird in allen Werken ernst genommen, gleichzeitig aber das freie Spiel der Farben und Formen nicht aufgegeben. Malerei bleibt Malerei, und ein Gemälde ist immer mehr als nur sein Motiv. Das Objekt auf dem Bild ist daher beides: Abbild eines vergänglichen Gegenstandes ebenso wie unvergängliches Motiv eines Kunstwerks.

Franziska Klotz wurde nach ihrem Studium der Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee mit dem Max-Ernst-Stipendium der Stadt Brühl ausgezeichnet. Auf Einladung des Goethe-Institutes war sie Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya in Istanbul, wohin sie nach einem halbjährigen Aufenthalt im Jahr 2015 zu Beginn des Jahres 2018 für zwei Monate zurückkehrte. Ihre Werke werden weltweit ausgestellt, unter anderem bei der 4th Moscow International Biennale for Young Art 2014, dem 56. Oktobersalon in Belgrad 2016 oder im Fanø Kunstmuseum in Dänemark im Jahr 2017.Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie ein Interview mit der Künstlerin führen möchten. Druckfähiges Bildmaterial oder weitere Abbildungen senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Für Fragen oder weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Tilman Treusch

Kontakt

Dr. Tilman Treusch
treusch@galeriekornfeld.com

GALERIEKORNFELD
Kunsthandel GmbH & Co KG
Fasanenstraße 26
10719 Berlin
Germany

Tel +49 30 889 225 890

Fax +49 30 889 225 899


galerie@galeriekornfeld.com

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GALERIEKORNFELD

presents

FranziskaKlotz: Memories of Tomorrow

Opening

Fri, 16 March 2018, 6–9pm

Duration

16 March – 21 April 2018

Venue

GalerieKornfeld, Fasanenstrasse 26, D-10719 Berlin

PRESS RELEASE

Dear Ladies and Gentlemen,

After venturing to the limits of abstraction in recent years, and occasionally even exceeding them, Franziska Klotz returns to a style of painting more oriented on the object in her current works. At the center of our exhibition is a group of nine paintings that invariably depict faces of women who convey to their audience an air of seriousness and dignity, but above all self-confidence. Wholly motif – and at the same time wholly painting; strange and yet familiar, close yet remote.

A closer look reveals the specific features of these faces: the models of Franziska Klotz’s paintings are not girls and women sitting face-to-face with the artist, but portraits of women painted on thin wooden panels, who have not been amongst the living for nearly two thousand years. Captured by unknown painters in Egypt, these Roman-style paintings portray ladies of the upper classes who were originally entombed with a panel above the mummified corpses wrapped in thin gauze strips of cloth. The face of the deceased could thus be preserved for the afterlife in its undisturbed beauty and individuality as a souvenir of youth, of beauty, of elegance, of wisdom … in short, of life in its diversity and uniqueness.

Now the fractures, the injuries and the imperfections, that these double-painted faces have are explained. These are neither traces of a modern gestural-expressive painting act, nor wounds of two-thousand-year- old faces. Rather, they are the traces that history has made on the wooden panels and their depictions.Franziska Klotz’s mummy portraits are pictures of pictures that take the originally painted image as seriously as its history as an object. The works of Franziska Klotz portray an object that is itself a painting: a wooden panel bearing a painted portrait of a woman. These portraits are thus a reflection on painting and its tasks in regard to the means of painting itself. Above all, however, they are a deeply felt reflection on the nature of time. Guided by questions such as „What is eternity?“ Or „What remains?“. The ephemeral nature is confronted with eternal and everlasting culture.

With all the realism of the depiction – both the two-thousand-year-old portraits of women on their wooden plaques and the canvas prints of these portraits by Franziska Klotz painted on wooden panels – in the end, art is victorious. Even the original purpose of the portraits, the adornment of the embalmed and thus already artificially processed body with a painted portrait, is a victory of culture over nature, which here made eternal by art. Franziska Klotz turns these works of art, with their own two-thousand-year history, into works that are much more than a mere image. Her handwriting, her individual stroke of the brush, is just as noticeable as the handwriting of the painter who painted the portrait of an Egyptian in Roman style on a thin wooden panel almost two thousand years ago.

But just as time has left its mark on the Egyptian artifact, Franziska Klotz’s recently created painting will tell its story of an artist who, in the age of digital virtuality, is grappling with an object that outlasts time. It’s not the eternal youth of Dorian Gray that can be seen in Franziska Klotz’s works, nor the horrors of the portrait, which has aged so terribly in his stead, but a dignity of aging and a respect for history, for the individual as well as the entirety of humanity.

This respect for things also characterizes the other works of the exhibition with their depictions of plants, a letter, the façade of a house, a sleeping human or a door similar to a pin board with its multitude of objects. The visible world is taken seriously in all works, but at the same time the free play of colors and forms is not abandoned. Painting remains painting, and a painting is always more than just its motif. The object in the picture is therefore both: an image of a transitory object as well as an immortal motif of a work of art.Franziska Klotz was awarded the Max Ernst Scholarship of the city of Brühl after studying painting at the Kunsthochschule Berlin-Weissensee. At the invitation of the Goethe-Institut, she received a scholarship from the Cultural Academy Tarabya in Istanbul, where she stayed for six months in 2015 and to which she returned for a two-month stay at the beginning of 2018. Her works are exhibited worldwide, including the 4th Moscow International Biennial for Young Art 2014, the 56th October Salon in Belgrade 2016 and the Fanø Art Museum in Denmark in 2017.

Should you require further information, or wish to interview the artist, please do not hesitate to get in touch.

We are happy to provide printable images on request.

Best regards,

Tilman Treusch

Contact 

Dr. Tilman Treusch
treusch@galeriekornfeld.com 

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