FASANENSTRASSE 26
10719 BERLIN
68 Projects
FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
HUBERTUS HAMM - Narziss und Goldgrund
Narziss und Goldgrund
11 Mar – 19 Apr 2017
download pdf

Events:
Aktion Portrait III

Sat 11 March, 11: 30am
Thu 6 April, 7pm
Sat 15 April, 3pm

For registration and/or further information, please contact us at +49 30 889 225 890 or galerie@galeriekornfeld.com.

PRESSEMITTEILUNG – please scroll down for English

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hubertus Hamm setzt sich in seinen Werken mit den Parametern der Fotografie auseinander. Ein zentrales Sujet in seinem Schaffen ist die die intensive und zuweilen kritische Beschäftigung mit dem fotografischen Portrait, die in der Installation Portrait IV gipfelt. Der Kunstwissenschaftler Thomas Zaunschirm ordnet dieses Werk in seiner im Herbst 2017 erscheinenden Publikation „Narziss und Goldgrund“ wie folgt ein:

Portrait IV (2016) ist das epochale Werk des Fotografen und Künstlers Hubertus Hamm. Es handelt sich um eine Holzstele mit dem ersten goldenen Spiegel der Kunstgeschichte. Das minimalistische, einfach wirkende Werk ist einerseits die Vollendung des Lebenswerkes von Hamm und seinem Bestreben, die Grenzen der Fotografie zu erweitern. Andererseits setzt das Verständnis dieser Installation mit der 18 kg schweren Platte aus 24-karätigem Gold die Kenntnis der Geschichte(n) des Sehens (Bewusstseins), der Perspektive (des Raumes), des Spiegels, des Porträts, des Goldes und seines (Geld-)Wertes voraus.

Der Titel „Narziss und Goldgrund“ bezieht sich im Sinne des Renaissance-Theoretikers Leon Battista Alberti (1435) sowohl auf Narziss, also das Motiv der Spiegelung als Ursprung der Kunst, als auch auf das damit einhergehende Ende des mittelalterlichen Goldgrundes. Das Sehen und das Gold stehen in einem dialektischen Verhältnis zueinander, das in Ägypten einsetzt, in der Renaissance, im Barock, in der Romantik seine Metamophosen und in der Gegenwart seinen Abschluss findet.

Durch eine Stele aus Holz isoliert die Installation Portrait IV den Betrachter vom umgebenden Raum. Sie fordert ihn so zur Begegnung mit seinem im Wortsinne vergoldeten Spiegelbild, zu einem Dialog mit den mannigfaltigen Mythen und Bedeutungen des zugleich transzendenten wie höchst irdischen Materials „Gold“ und nicht zuletzt auch zur Reflexion über den Wert der eigenen Person auf.

Unsere Ausstellung zeichnet mit ausgewählten Werken den Weg nach, der Hubertus Hamm zu dieser singulären Installation geführt hat.

Die Werke der Serie Portrait I, die 1990 in der Münchner Villa Stuck und in den Deichtorhallen in Hamburg mit großem Erfolg präsentiert wurden, vereinen Hubertus Hamms Portraitaufnahme einer Person mit der manuellen Weiterbearbeitung des fotografischen Ab-Bildes durch den Portraitierten selbst. Portrait II kombiniert in einer klassischen Doppelbelichtung die individuelle und unveränderliche Zeichnung des Fingerabdrucks mit der Portraitaufnahme derselben Person: beide Motive überlagern und verbinden sich zu einem neuen Bild.

Mit seiner Serie Portrait III verschiebt Hubertus Hamm die Parameter der Portraitfotografie noch weiter in Richtung Objektivität: dafür arbeitet er mit einer mobilen weißen Box, die denjenigen, der sich in ihr fotografieren lässt, von der Welt isoliert und einem mechanisierten Aufnahmeprozess aussetzt: zwei Blitze, die im Winkel von 45 Grad die weiße Box ausleuchten, stellen dieselbe neutrale Lichtsituation her, wie sie auch bei der Reprofotografie zur Ausleuchtung von Gegenständen aller Art gebräuchlich ist. Unsichtbar für denjenigen, der sich in der Box portraitieren lässt, löst Hubertus Hamm in regelmäßigen Abständen die Kamera aus. Die Aufnahmen zeigen so ein Bild, das ohne das bewusste Eingreifen des Fotografen entstand.

In den Werken der Serie Diamonds (Portrait V) splittert eine Vielzahl kleiner Kristalle das fotografische Bild in unzählige, kaleidoskopartige Sinneseindrücke auf. Das Funkeln und Glitzern steht in einem scheinbaren Widerspruch zum Motiv: ältere Menschen, in deren Physiognomien das Leben deutlich sichtbar seine Spuren hinterlassen hat, werden als (Bild)Objekte nobilitiert. Die faltige Haut spiegelt die Endlichkeit des Lebens und fragt, gerade auch im Kontrast zur Kostbarkeit des Materials, nach dem Wert, den unsere Gesellschaft dem Alter zugesteht.

Im Kontrast dazu steht die Aufnahme eines Buddhas und damit das Portrait des Göttlichen selbst. Die Größe und Mächtigkeit des Gottes  wird durch die manuelle Bearbeitung des Fotos gebrochen. Analog zum Abblättern der goldenen Fassung des antiken Buddhakopfes, der ja für die Ewigkeit hergestellt wurde, ist die perfekte Oberfläche der Fotografie deutlich sichtbar zerstört. Die Zeit hat sich in das Motiv und in den fotografischen Anzug sichtbar eingeschrieben.

Eine Installation mit dem Smartphone als dem Spiegel unserer Zeit rundet die Ausstellung ab: Das Smartphone ist unsere Nabelschnur zur Welt und mit seiner Selfie-Funktion auch Spiegel unseres Ichs – oder zumindest des Bildes, das wir von uns vermitteln möchten. Richtig ausgeleuchtet wirkt das schwarzglänzende Display eines Smartphones auch im ausgeschaltete Zustand wie ein dunkler Spiegel. Hubertus Hamms Installation spielt mit dieser Beobachtung.

Als folgerichtige Erweiterung des Prinzips „Fotografie“, vom Künstler als „Dimensioning Photography“ bezeichnet, binden die Werke von Hubertus Hamm den Ausstellungsbesucher in einen Dialog ein und fordern ihn so zur Selbstreflexion und zur Auseinandersetzung mit ihrer Identität ebenso wie zum Hinterfragen des eigenen Standpunktes auf. Die  Werke des Künstlers wurden in bedeutenden Häusern wie der Villa Stuck in München, den Deichtorhallen in Hamburg, der Neuen Sammlung der Pinakothek der Moderne in München oder im Juan Art Museum in Peking ausgestellt. Temporäre Installationen gab es u.a. im Nationaltheater München, in der Allianz Arena und bei der acatech, der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (alle in München).

 (wie oben beschrieben) einschließlich der dabei entstandenen, vom Künstler signierten Portraitaufnahme im Format 40 x 30 cm zum Preis von EUR 1.100,- (inkl. 19 % MwSt.) erworben werden.
Voranmeldung und weitere Informationen unter +49 30 889 225 890 oder treusch@galeriekornfeld.com.

Druckfähiges Bildmaterial oder weitere Abbildungen senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Für Fragen oder weitere Informationen stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Kontakt

Dr. Tilman Treusch
treusch@galeriekornfeld.com

GALERIEKORNFELD
Kunsthandel GmbH & Co KG
Fasanenstraße 26
10719 Berlin
Germany

Tel +49 30 889 225 890

Fax +49 30 889 225 899


galerie@galeriekornfeld.com

www.galeriekornfeld.com

--- 

PRESS RELEASE

Dear Madam or Sir,

The work of Hubertus Hamm is characterized by its intense exploration of the medium of portrait photography, culminating in the installation Portrait IV, which the art historian Thomas Zaunschirm describes as follows:

Portrait IV (2016) is an epochal work by photographer and artist Hubertus Hamm, comprised of a wooden stele and the first golden mirror in the history of art. On the one hand, the minimalistic, simple-seeming piece is the culmination of Hamm’s life work and his aspiration to expand the limits of photography. On the other hand, this installation, with its 18-kg plate of 24-carat gold, presupposes an understanding of the history of seeing (consciousness), perspective (space), the mirror, the portrait, gold and its (monetary) value.

In the vein of Renaissance thinker Leon Battista Alberti (1435), the title “Narziss und Goldgrund” (Narcissus and Gold Ground) is a reference to Narcissus, i.e., to the idea of reflection as the origin of art, and, related to this, to the end of the medieval gold ground. Seeing and gold exist in a dialectical relationship, which begins in ancient Egypt, is transformed and developed during the Renaissance, the Baroque Period and the Romantic Era, and finds its conclusion in the present day.

The installation Portrait IV separates the viewer from the surrounding space by means of a simple wooden stele, provoking a confrontation with one’s own (literally) gilded reflection, a dialogue with the manifold myths and meanings surrounding “gold” (a material that is both transcendent and highly profane), and, lastly, a reflection on the value of one’s self.

Showcasing a selection of works, our exhibition traces the path that led Hubertus Hamm to this unique installation.

The works from his series Portrait I, exhibited with great success at the Villa Stuck in Munich and at the Deichtorhallen in Hamburg, combine Hubertus Hamm’s portrait photos with manual modifications of the photographic image by the models themselves. In a classic example of double exposure, Portrait II fuses the individual and unalterable pattern of the fingerprint with a photographic portrait of the owner of the fingerprint, superimposing the two photos to create a new image.

With his series Portrait III, Hubertus Hamm pushes the parameters of portrait photography even further towards objectivity. Using a white box that isolates the sitter from the surrounding world, he exposes the latter to a seemingly  mechanized photo process: two flashes, at a 45-degree angle, flood the box with light, creating the same neutral tone that is used in repro-photography for the lighting of different types of objects. Invisible for the person inside the box Hubertus Hamm takes pictures at regular intervals.  The result is an image that is generated without the conscious intervention of the photographer.

In the works from the series Diamonds (Portrait V), the photographic image is broken up into a myriad of kaleidoscopic sense impressions by a large number of small crystals. The shimmer and glitter seem to contradict the subject of the image: elderly people, their physiognomy visibly marked by life, elevated to the status of (image) objects. Their creased skin reflects the finitude of existence and raises questions about the value of old age in our society, thrown into relief by the preciousness of the material.

In stark contrast, there is a photo of a Buddha, a portrait of the divine itself. Yet the photo has been manually altered, disrupting the god’s grandeur and power.  Analogous to the erosion of the gold surface on the ancient statue, initially made to last for all eternity, the perfect surface of the photo is visibly destroyed. Time has prominently written itself into both the image and the photographic carrier.

The exhibition is rounded off with an installation of what might be the quintessential mirror of our times: the smartphone. The latter is our umbilical cord with the world and, because of its selfie function, also a mirror of our own selves – or at least of the self-image we would like to project. Properly lit, the smartphone’s shiny black display seems like a dark mirror, even when it is switched off, an idea explored in Hubert Hamm’s installation.

As a consistent expansion of the principle of “photography”, which the artist calls “Dimensioning Photography”, Hubertus Hamm’s works engage the viewer in a dialogue, encouraging self-reflection and self-questioning. They have been shown in several important spaces, such as the Villa Stuck, Munich, the Deichtorhallen, Hamburg, the Neue Sammlung der Pinakothek der Moderne, Munich, and the Yuan Art Museum, Beijing. Temporary installations have been exhibited at, amongst other places, the National Theatre Munich,  at the Allianz Arena, as well as at the acatech, the German Academy of Science and Engineering (all in Munich).

 (as described above) will be organized on three separate dates, at which the created portraits (unique pieces, with a format of 40 x 30 cm, and signed by the artist) can be purchased at a price of 1100 € (incl. 19% VAT).
For registration and/or further information, please contact us at  +49 30 889 225 890 or galerie@galeriekornfeld.com.

We are happy to provide printable images on request.  Should you have any questions or require further information, please do not hesitate to get in touch.

Best regards,
Dr. Tilman Treusch



Dr. Tilman Treusch
treusch@galeriekornfeld.com

GALERIEKORNFELD
Kunsthandel GmbH & Co KG
Fasanenstraße 26
10719 Berlin
Germany

Tel +49 30 889 225 890

Fax +49 30 889 225 899


galerie@galeriekornfeld.com

www.galeriekornfeld.com

OUR PROJECT SPACE:
VISIT WEBSITE