FASANENSTRASSE 26
10719 BERLIN
68 Projects
FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
Nick Dawes Paintings and Susanne Roewer Sculptures
Apr 25 – June 22, 2019
Opening hours during Gallery Weekend
Fri, 26 April: 11am–9pm, Sat+Sun, 27+28 April: 11am–7pm
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GALERIE KORNFELD
präsentiert
Nick Dawes und Susanne Roewer


Vernissage
Donnerstag, 25. April, 18–21 Uhr

Laufzeit
25. April – 22. Juni 2019
Di–Sa, 11–18 Uhr

Öffnungszeiten Gallery Weekend
Fr., 26. April: 11–21 Uhr
Sa., 27. April: 11–19 Uhr
So, 28. April, 11–19 Uhr

Ort
Galerie Kornfeld
Fasanenstraße 26
10719 Berlin


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns sehr, Ihnen neue Gemälde des britischen Künstlers Nick Dawes erstmals im Dialog mit Skulpturen aus Bronze und Glas von Susanne Roewer zu präsentieren.

Mit fließenden Formen gestaltet Nick Dawes komplexe Farbarrangements und strebt so nach einer neuen Qualität malerischer Abstraktion. Die scheinbar impulsive malerische Geste seiner Malerei verdankt sich allerdings einem genauen Plan, der dem Zufall nur wenig Raum lässt. Aus den formalen Eigenheiten von Verkehrsschildern und anderen zeichenhaften Objekten unserer Alltagswelt destilliert der Künstler abstrakte Formen, die er zunächst in Bleistiftzeichnungen festhält und dann auf der Leinwand mit dünn fließender Ölfarbe umsetzt. Die Farbe wird dabei kontrolliert auf die am Boden liegenden oder schräg an der Wand lehnenden Leinwände geschüttet. Da diese nicht grundiert sind, sinkt sie tief in den Malgrund ein. Durch Bewegen der Leinwand gelingt es dem Künstler, die fließende Farbe in die zuvor skizzierten Formen zu lenken. Im Laufe eines längeren, beinahe meditativen Prozesses wird eine neue Farbe erst dann aufgetragen, wenn die zuvor aufgetragenen Schichten bereits getrocknet sind. Auf diese Weise entstehen amorphe, wie gewachsen wirkende Farbfelder. 

Auf einer rein materiellen Ebene sind die Werke von Nick Dawes nichts als zweidimensionale Oberflächen. Er trägt die Farbe nicht auf die Leinwand auf, sondern tränkt den Stoff mit Farbe, die sich mit dem Malgrund zu einer neuen Einheit verbindet. Die einzelnen Farbfelder überlagern und durchdringen sich und erwecken so den Eindruck eines sowohl räumlichen wie zeitlichen Vor- und Hintereinander. Die zuerst aufgetragene Farbe ist auch im gedachten Raum des Bildes ganz hinten und verschwindet ganz oder teilweise hinter später hinzukommenden Farbfeldern. Das Fließende, Prozesshafte bietet Raum für Reflexionen über die Geschichtlichkeit des Malaktes wie auch des Lebens. Jede Farbfläche auf einem Bild von Nick Dawes ist daher immer beides: Ergebnis einer mit Hilfe von Skizzen vorbereiteten Komposition und sichtbare Spur einer vergangenen malerischen Aktion. Vor allem aber sind die Bilder von Nick Dawes im Wortsinne Abstraktionen, transformieren sie doch Gesehenes in Malerei, die, befreit von der Aufgabe, etwas darstellen zu müssen, ein Eigenleben entwickelt. Die Funktionalität des realen Objektes, das dem Künstler die Anregung für sein Gemälde lieferte, ist aufgehoben. Das Bild gehorcht nur noch seinen eigenen, kunstimmanenten Gesetzen: Farbe, Form, Harmonie, Dissonanz.

Das Prozesshafte des schöpferischen Aktes spielt auch in den Skulpturen von Susanne Roewer eine entscheidende Rolle. Diese ziehen ihre Spannung aus der Kombination verschiedener, miteinander kontrastierender Materialien. Hartes Metall trifft unvermittelt auf zerbrechliches Glas.

In einigen Werken der Künstlerin verbinden sich Glas und versilberte Bronze dergestalt, dass die transparenten Glaskörper sich dem festen Metall anpassen und damit auch ihren eigenen Entstehungsprozess reflektieren. Das Glas, das bei Temperaturen von über 1000 °C geblasen und auf dem festen Bronzekörper geformt wird, passt sich in seiner amorphen Struktur dem Metall an. Damit das zerbrechliche, gläserne Gebilde nicht unkontrolliert springt, muss das Metall zunächst auf dieselbe Temperatur wie das flüssige Glas erhitzt und danach gemeinsam mit diesem langsam und kontrolliert gekühlt werden.

In anderen Werken wächst aus einer scheinbar immateriellen, unmittelbar auf dem Boden liegenden Glasblase ein Stab aus poliertem Messing, der sich oben wie eine Blume in mehreren kissenartigen Formen öffnet. Hier trägt die vom Glas umfangene Luft den optisch deutlich schwereren Messingkörper. Die Naturgesetze scheinen aufgehoben.

Dieses spielerische Infragestellen der Ratio durch die künstlerische Ahnung ist charakteristisch für das Werk von Susanne Roewer, die vor ihrem Studium an der Berliner HdK (heute UdK, Universität der Künste) Werkstofftechnik studierte. Noch bevor sie in der Schweiz mit verschiedenen Sammlern und Förderprogrammen zusammenarbeitete, organisierte sie gemeinsam mit Gregor Hildebrandt und Marc Pätzold die G7 Berlin Network Galerie mit einem eigenen, von Künstlern für Künstler entwickelten Ausstellungsprogramm. Ihre Werke sind weltweit auf Ausstellungen in Kunstvereinen und Institutionen zu sehen, zuletzt im Craft and Folk Art Museum in Los Angeles und im Fort Wayne Museum of Art (beide USA) sowie im Kunstverein Gütersloh. Zahlreiche nationale und internationale Sammlungen wie beispielsweise die Sammlung der Farhang Foundation am Craft and Folk Art Museum San Francisco sind im Besitz ihrer Werke.

Nick Dawes lebt und arbeitet in London. 1992 absolvierte er seinen BA of Fine Art an der Brighton Polytechnic, nachdem er den Grundkurs am Gloucestershire College of Art and Technology abgeschlossen hatte. 2006 für den Celeste Art Prize nominiert, waren die Werke von Nick Dawes in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, unter anderem im Cell Project Space in London, der Galerie Lucy Mackintosh in Lausanne, der John Hansard Gallery in Southampton, dem Projektraum 68projects der Galerie Kornfeld und im vergangenen Jahr auf der Expo Chicago und der Untitled Miami in den USA. Seine Werke befinden sich in einer Vielzahl öffentlicher und privater Sammlungen in Deutschland sowie im in- und außereuropäischen Ausland, unter anderem im Chrysler Museum in Norfolk, das erst kürzlich eine große Arbeit des Künstler für seine Sammlung erworben hat.

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie weitere Informationen oder druckfähiges Bildmaterial wünschen. Gerne vermitteln wir Ihnen einen Interviewtermin mit Nick Dawes und Susanne Roewer

Mit freundlichen Grüßen
Tilman Treusch

Kontakt:

Dr. Tilman Treusch: treusch@galeriekornfeld.com

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GALERIE KORNFELD

presents
Nick Dawes and Susanne Roewer

Opening
Thursday, 25 April, 6–9 pm

Exhibition dates
25 April – 22 June 2019
Tue–Sat, 11am–6pm

Opening hours during Gallery Weekend
Fri, 26 April: 11am–9pm
Sat, 27 April: 11am–7pm
Sun, 28 April: 11am–7pm

Venue
Galerie Kornfeld
Fasanenstraße 26
D-10719 Berlin


Dear Ladies and Gentlemen,

Galerie Kornfeld is pleased to present new paintings of the British artist Nick Dawes in dialogue with sculptures made from bronze and glass of Susanne Roewer for the first time.

Nick Dawes creates complex colour arrangements with fluid forms and thus pursues a new quality of painterly abstraction. The ostensibly impulsive painterly gestures of his paintings are, however, achieved by an exact plan that leaves almost nothing to chance. The artist distils abstract forms from the formal particularities of road signs or other sign-like quotidian objects, which he then captures as pencil drawings and transfers to the canvas with thinned poured oil paint. In a controlled way, the paint is poured onto and soaked by unprimed canvases laying on the floor or propped against the wall. The artist succeeds in steering the liquid paint into the previously sketched forms by moving the canvas. In this long, almost meditational process, the next colour will only be applied after the already painted layers are dry. Amorphous, seemingly organic fields of colour, overlayed and overlapping, emerge in this manner, and yet they are always clearly separated.

From a purely material perspective, the works of Nick Dawes are merely two-dimensional surfaces. He does not apply the colour on the canvas; rather he soaks the fabric with colour, which blends with the base to form a new unity. The separate fields of colour overlap and interpenetrate each other and thus suggest a sequentiality in both space and time. The initially applied colour is also in the imagined space of the painting in the rear and disappears partially or entirely behind subsequent layers of colour. The fluidity and process-like quality enable space for reflection on the historicity of the act of painting and of life itself. Every colour field on a painting by Nick Dawes is, therefore, both: The result of a composition based on sketches and visible trace of a past painterly action. However, above all, his paintings are literal abstractions that transform what has been seen to painting, which develops a life of its own, freed from the duty to represent something. The functionality of the real object that gave the artist the impulse for his painting is suspended. The painting follows only its self imposed, art-inherent laws: colour, form, harmony, dissonance.

The process of the creative act also plays a decisive role in the sculptures and sculptural objects of Susanne Roewer. These draw their tension from a combination of diverse, contrasting materials. Hard metal meets fragile glass.

In some of Susanne Roewer’s works, glass joins silver-plated bronze to such an extent that the transparent glass corpus adapts to the solid metal and thus reflects on its own process of formation. The glass is blown in temperatures over 1000 °C and shaped on the bronze corpus, and in its amorphous structure adjusts to the metal. To avoid cracks in the fragile glass body, the metal has to be heated to the same temperature as the molten glass, and it has to be cooled slowly with supervision.
There are other works where a polished brass rod, which opens like a flower with multiple cushiony forms, grows out of a seemingly intangible glass bubble laid directly on the floor. Here, the glass-clad air carries the apparently much more massive brass object. The laws of nature seem to be suspended.

This playful challenging of the reason through artistic mastery is characteristic for the work of Susanne Roewer, who studied Materials Science and Engineering prior to her art degree at the Hdk, Berlin (today UdK, Berlin University of the Arts). Even before she began working with various collectors and sponsorship programmes in Switzerland, she organised the G7 Berlin Network Gallery with Gregor Hildebrandt and Marc Pätzold, showcasing a range of exhibitions developed by artists for artists. Her works have been on view at numerous art institutions worldwide, most recently at the Craft and Folk Art Museum in Los Angeles and at the Fort Wayne Museum of Art (both in the USA) and at the Kunstverein Gütersloh (Germany). Her works are part of numerous national and international collections, such as the Farhang Foundation at the Craft and Folk Art Museum San Francisco.

Nick Dawes lives and works in London. He completed his BA of Fine Arts at the Brighton Polytechnic in 1992, after completing a foundation course at the Gloucestershire College of Art and Technology. In 2006 Nick Dawes was nominated for the Celeste Art Prize and his work was shown in numerous exhibitions, among others the Cell Project Space in London, Gallery Lucy Mackintosh in Lausanne, the John Hansard Gallery in Southampton, Galerie Kornfeld's project space 68projects in Berlin, and last year in the US at the Expo Chicago and Untitled Miami. His works are part of many public and private collections in Germany, Europe and abroad, among others in the Chrysler Museum in Norfolk, which recently acquired a large work of the artist for its collection.

Should you require further information, or wish to interview Nick Dawes and Susanne Roewer, please do not hesitate to get in touch. We are happy to provide printable images on request.

Best regards,
Tilman Treusch

Contact:

Dr. Tilman Treusch: treusch@galeriekornfeld.com

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Germany



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