FASANENSTRASSE 26
10719 BERLIN
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FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
ROBERT FRY | TINA SCHWARZ
23 June – 5 Aug 2017
Opening: Fri 23 June | 6-9pm
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GALERIEKORNFELD  

präsentiert

Robert Fry | Tina Schwarz


Eröffnung

Freitag, 23. Juni 2017, 18–21 Uhr

Laufzeit

23. Juni – 5. August 2017

Ort

Galerie Kornfeld, Fasanenstraße 26

D-10719 Berlin

Öffnungszeiten:

Di–Sa, 11–18 Uhr

PRESSEMITTEILUNG  please scroll down for English

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Tina Schwarz und Robert Fry stellt unsere Galerie erstmals zwei malerische Positionen gegenüber, die in ihren Gemälden mit dem Körper als Träger allgemein menschlicher Emotionen und Gefühle arbeiten. Ungeachtet der Unterschiede in Thematik, Motivik und künstlerischem Ausdruck zeichnen sich die Werke beider durch die Kombination abstrakter und gegenständlicher Formen sowie die Verwendung einer Vielzahl malerischer Modi in ein und demselben Bild aus. Die Betrachter sind eingeladen, die imaginären Assoziationsräume beider Künstler zu betreten, in denen eine Vielzahl von Themen anklingen. Eindeutige Aussagen werden aber bewusst zugunsten einer inszenierten Mehrdeutigkeit vermieden.

Der 1980 in London geborene Robert Fry arbeitet stets in Werkgruppen oder Serien. In der Konzentration auf den menschlichen Körper sind seine Gemälde den Werken von Lucien Freud oder Francis Bacon verwandt, daneben finden sich Einflüsse von Künstlern wie Willem De Kooning, Robert Motherwell oder Mark Rothko. Die wechselhaften Beziehungen der Geschlechter sowie das oftmals spannungsvolle Verhältnis von Individuum und Anderem, von Geist und Körper sind zentrale Themen seiner Malerei.

Seine aktuellen Gemälde bezeichnet der Künstler als „Square Paintings“, großformatige, quadratische Leinwände, die von Gegensätzen geprägt sind: Figuration vs. Abstraktion, Körper vs. Fläche, Ornament vs. Geste…. Sie zeigen vier menschliche Körper, männliche ebenso wie weibliche, umgeben von einem abstrakten Farbraum. Die silhouettenhaft wiedergegebenen Figuren sind mal monochrom, mal mit farbigen, geometrischen Feldern gefüllt. Wieder andere sind mit Körperteilen und Gesichtern versehen, die mit wenigen, gezielt gesetzten Strichen gezeichnet sind. Spuren des Gestischen wie Tropfen, Farbspritzer oder kraftvoll gezogene Linien und Linienknäuel überlagern streng definierte Farbflächen, lasierend gestaltete Partien stehen neben solchen, in denen die dick aufgetragene Farbe zur körperlich fassbaren Materie wird. Buchstaben, die sich nicht immer sofort zu Wörtern zusammenfügen, treten ergänzend hinzu. Der bildimmanente Rahmen – ein Charakteristikum aller Werke von Robert Fry – ist auf zwickelartig die vier Ecken des Bildfeldes ausfüllende Formen reduziert und wird erstmals auch von den Figuren partiell überschnitten.

Neue Radierungen, in denen der Künstler seine Untersuchungen des Raums weiterführt und dabei motivisch auch an frühere Werkgruppen anknüpft, runden die Ausstellung ab.

Robert Fry studierte in Oxford und war für den angesehenen John Moores Contemporary Painting Preis nominiert. 2016 wurden Werke von ihm gemeinsam mit namhaften KünstlerInnen wie Marina Abramovic, Louise Bourgeois, Paul Cézanne, Tracey Emin oder Egon Schiele in der Ausstellung „The Nude in the XX & XXI Century“ bei S|2 in London gezeigt, 2015 wurde er als einer der „100 Painters of Tomorrow“ in der gleichnamigen Publikation bei Thames and Hudson hervorgehoben. Seine Werke waren in der Eremitage in St. Petersburg, in Los Angeles und im Rahmen zahlreicher Ausstellungen in Europa zu sehen und finden sich in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen wie der Saatchi Collection, dem Museum für Moderne Kunst in Moskau oder der Sammlung von Mario Testino.

Tina Schwarz (*1977 in Friedberg) weilte 2016 im Rahmen einer Residency von Hooper Projects für längere Zeit in Los Angeles. Bevor sie an der Akademie in Maastricht Bildende Kunst studierte, war sie als Tänzerin an der Dansacademie in Arnhem eingeschrieben. Es erscheint daher beinahe folgerichtig, dass sich ihre Werke bis heute durch eine Körperlichkeit auszeichnen, die immer auch Spuren der Bewegungen im Prozess des Malens sind. „Ein Körper erzählt die Geschichte seines ‘Wirtes’“, schreibt Tina Schwarz, „und so mag es sein, dass das Durchmessen der Leinwand mit Ölfarbe, Kreide, Stiften etc. die einzige pure Form meiner Erinnerung ist.“ Erinnerung ist innere Bewegung, und auf den Bildern von Tina Schwarz wird diese Bewegung zur sichtbaren Form. Das Physische erscheint als Ausdruck des Psychischen, das Impulse gibt, die sich dem Bewusstsein ebenso wie dem Unbewussten verdanken.

Die neuen Werken von Tina Schwarz zeigen mehrere Figuren in unterschiedlichen Konstellationen. Tanzend scheinen sie sich gegenseitig von der Leinwand schieben zu wollen. Gegensätze und Widersprüche lässt die Künstlerin nicht nur stehen, sondern inszeniert diese: Momente der Eskalation stehen neben einer Relativierung der Zeit durch ein Einfrieren dynamischer Prozesse, skizzenhafte Partien werden kontrastiert durch detaillierter ausgeführte Bereiche, Farbe steht neben Zeichnung, Vielfalt neben Reduktion.

Oft gibt es literarische Anregungen, aber auch die Zeichnungen und Grafiken der Alten Meister dienen als Inspiration für ihre Gemälde und die parallel entstehenden Zeichnungen und Collagen: Rembrandt, Hieronymus Bosch, Pieter Bruegel, Goya, Velazquez, aber auch George Grosz, Otto Dix, Henri de Toulouse-Lautrec, Willem de Kooning, Francis Bacon. Künstler der Menschen und des Menschlichen.

Tina Schwarz verharrt jedoch nicht in der Paraphrase, sondern zielt auf eine Aktualisierung des Inhalts ebenso wie der künstlerischen Form. Oder anders: die thematischen und motivischen Anregungen zielen auf das Heutige, gespiegelt in der Historie. Am Zeitlosen orientiert, ohne das Zeitgenössische zu verleugnen strebt sie nach Gleichnishaftem und errichtet zugleich ein polyfokales Labyrinth aus Ungewissheiten.

Die Werke von Tina Schwarz wurden im Rahmen zahlreicher Ausstellungen in den USA und Europa präsentiert und finden sich beispielsweise in der Rema Hort Mann Foundation in New York. Hervorzuheben ist ihre Beteiligung an der Ausstellung „Ein Zimmer für Alfred Flechtheim“ im Osthaus Museum in Hagen 2015 sowie ihre Teilnahme an einer Ausstellung in Münster anlässlich der Skulptur Projekte 2017.

Für Fragen oder weitere Informationen zu unserer Ausstellung und den beiden KünstlerInnen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Druckfähiges Bildmaterial oder weitere Abbildungen senden wir auf Anfrage gerne zu.

Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung und senden freundliche Grüße,Tilman Treusch

Kontakt

Dr. Tilman Treusch: treusch@galeriekornfeld.com

GALERIEKORNFELD Kunsthandel GmbH & Co KG

Fasanenstraße 26

10719 Berlin Germany

Tel +49 30 889 225 890

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GALERIEKORNFELD

presents

Robert Fry | Tina Schwarz


Opening

Friday, 23 June 2017, 6–9pm

Duration

23 June – 5 August 2017

Location

GalerieKornfeld

Fasanenstraße 26

D-10719 Berlin

Opening hours

Tue–Sat, 11am–6pm

Dear Madam/Sir,

For the first time, our gallery juxtaposes the works of two painters, Tina Schwarz and Robert Fry, who treat the body as a bearer of general human emotions and feelings. Notwithstanding the differences in theme, motivation and artistic expression, their respective works are characterized by the combination of abstract and figurative forms, as well as the use of different techniques in one and the same painting. The viewers are invited to enter the artists’ imaginary associative spaces, in which a variety of themes resonate and where unambiguous statements are consciously eschewed in favour of a staged polysemy.

Born in 1980 in London, Robert Fry always produces groups of works or series. In their focus on the human body, his paintings are akin to those of Lucien Freud or Francis Bacon, yet one also finds influences from artists like Willem de Kooning, Robert Motherwell or Mark Rothko. The volatile relationship between the sexes, as well as the often tense relation between the individual and the other, between mind and body, are central themes of his work.

The artist refers to his most recent paintings as “Square Paintings”, large-scale, square-shaped canvasses, marked by contrasts: figuration vs. abstraction, body vs. surface, ornament vs. gesture…They show four human bodies, male and female, surrounded by an abstract colour space. The silhouette-like figures are variously filled with either monochrome or coloured geometric fields. Yet others are endowed with body parts and faces, drawn with a small number of deliberately placed strokes. Traces of the gestural, such as drops, dashes of paint or vigorously drawn lines and tangles of lines, overlie strictly defined colour fields, while glazed parts are juxtaposed with segments, in which the thickly-applied paint turns into physically tangible matter. Letters, which do not always instantly assemble into words, complement the image. The internal picture frame – a defining feature of Robert Fry’s work – is reduced, gusset-like, to forms that fill out the four corners of the image field and is also, for the first time, partially covered by the figures themselves.

The exhibition is complemented by new etchings, in which the artist continues his explorations of space, while establishing a motivic link with earlier series.

Robert Fry studied in Oxford and was shortlisted for the prestigious John Moores Contemporary Painting Prize. In 2016, his works were shown alongside renowned artists, such as Marina Abramovic, Louise Bourgeois, Paul Cézanne, Tracey Emin and Egon Schiele, in the exhibition “The Nude in the XX & XXI Century“ at S|2 in London. In 2015, he was listed in Thames and Hudson’s ‚100 Painters of Tomorrow‘. His works have been shown at the Hermitage Museum of St. Petersburg, in LA and in many exhibitions throughout Europe. He is represented in prominent public and private collections worldwide, including the Saatchi Collection, the Museum of Modern Art Moscow and the collection of Mario Testino.

In 2016, Tina Schwarz (born in 1977 in Friedberg) spent an extended period of time in Los Angeles as part of a residency programme at Hooper Projects. Before studying Fine Arts at the Maastricht Academy of Fine Arts, she studied dance at the Dansacademie in Arnhem. It therefore seems almost logical that all her works up to now are defined by a corporeality, revealed not least through traces of movement, produced in the process of painting itself. “A body tells the story of its ‘host’”, Tina Schwarz writes, “and it thus might be that the measuring out of the canvas with oil paint, chalk, pens etc. is the only pure form of my memory.” Memory is internal movement, and in Tina Schwarz’s images this movement becomes visible. The physical becomes a manifestation of the psychic, generating stimuli, which owe as much to consciousness as to the unconscious.

Tina Schwarz’s latest works show several figures in different constellations. Dancing, they seem to want to push each other off the canvas. The artist not only tolerates, but actively stages contrasts and contradictions: moments of escalation are juxtaposed with a relativisation of time through a suspension of dynamic processes, sketchy parts are contrasted with more detailed ones, colour sits next to drawing, variety next to reduction.

Her paintings, as well as the drawings and collages that she creates simultaneously, are influenced by literature and the drawings and graphics of the Old Masters: Rembrandt, Hieronymus Bosch, Pieter Bruegel, Goya, Velazquez, but also George Grosz, Otto Dix, Henri de Toulouse-Lautrec, Willem de Kooning, Francis Bacon. Artists of humans and of the human.

Yet Tina Schwarz does not remain at the level of paraphrase, but strives to update both the content and the artistic form. In other words, the thematic and motivic inspirations work towards the contemporary, as it is reflected in history. Oriented towards the timeless, without repudiating the present, she strives for allegory, while constructing a polyfocal labyrinth of uncertainties.

The works of Tina Schwarz have been shown at numerous exhibitions in the US and Europe, and are represented, amongst other places, in the Rema Hort Mann Foundation. Notable exhibitions include “Ein Zimmer für Alfred Flechtheim” at the Osthaus Museum in Hagen, 2015, as well as her participation in an exhibition during Skulptur Projekte 2017 in Münster.

Should you have any questions or require further information concerning the exhibition and/or the two artists, please do not hesitate to get in touch. We are happy to provide printable images on request.

We look forward to your feedback.

Yours sincerely, Tilman Treusch

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Dr. Tilman Treusch: treusch@galeriekornfeld.com

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