FASANENSTRASSE 26
10719 BERLIN
68 Projects
FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
Tamara Kvesitadze: The Passage
Sep 11 – Nov 15, 2020
Opening: Friday, September 11, 12am–8pm
Gallery Weekend: Sat 12 + Sun 13 Sep, 12am–7pm
download pdf

GALERIEKORNFELD präsentiert Tamara Kvesitadze: The Passage

Vernissage
Freitag 11. September, 12–20 Uhr

Sonderöffnungszeiten Gallery Weekend:
Sa, 12. September, 12–19 Uhr
So, 13. September, 12–19 Uhr

Laufzeit
11. September – 15. November 2020

Öffnungszeiten
Di–Sa, 12–18 Uhr und nach persönlicher Vereinbarung

Ort
Galerie Kornfeld, Fasanenstraße 26, 10719 Berlin


Sehr geehrte Damen und Herren,

entstanden in der Dunkelheit von Quarantäne und Selbstisolation führt die neue Installation der renommierten georgischen Künstlerin Tamara Kvesitadze die Betrachter auf eine schmerzliche Reise, die sowohl beklemmend als auch hoffnungsvoll ist.

Schwärme schwarzer Vögel, unheimlich und gespenstisch, streifen in scheinbarem Chaos umher und werden doch von einer unsichtbaren Kraft kontrolliert, die sie wie Beutetiere in die Falle eines menschlichen Kopfes treibt, der sie verschlingt. Was sind diese Vögel – Alpträume, marternde Zweifel, wirre Gedanken, Liebesleid, Verlustschmerz oder Halluzinationen? Wer ist diese Person – Künstler*in, Wahnsinnige*r, Dichter*in, Politiker*in oder überhaupt jemand, der auf dem Planeten Erde zu Hause ist?

Es handelt sich hier um „The Passage“ – ein neues Werk der bedeutenden georgischen Künstlerin Tamara Kvesitadze, das sie geschaffen hat, als die Welt unter Quarantäne gestellt wurde. Kvesitadze ist für ihre kinetischen Skulpturen bekannt, die Kunst und Technik miteinander verbinden. Doch diesmal bewegt sich die Installation nicht; die Geschichte entfaltet sich, während sich die Betrachter durch sie hindurch bewegen.

Mit Hilfe von Licht und Schatten zieht der 16 Meter lange und 2 Meter breite Raum die Betrachter unmittelbar in seinen Bann. Die Vögel – modelliert, gezeichnet und vom Schatten reflektiert – scheinen überall zu sein. Eingezwängt in ihr aggressives Gedränge kann man sie beinahe schreien hören. Aber vielleicht handelt es sich gar nicht um einen Ausdruck von Aggression, sondern von Angst – wenn die Vögel sich dem Menschen nähern, verengen sich die Mauern und treiben den Schwarm direkt in die Falle. Ohne die Möglichkeit auszuweichen, fallen sie den Schöpfungen des menschlichen Geistes zum Opfer, der diesen auf Gegenseitigkeit beruhenden Prozess ebenfalls nicht zu kontrollieren scheint. Das Menschliche hier ist fixiert und gleicht einer Funktion, deren einziger Zweck darin besteht, die ankommende Kraft zu absorbieren und umzuwandeln, ohne Wahl. Das Resultat ist dennoch ermutigend. Nachdem sie die enge Öffnung passiert hat, verliert die dunkle Masse – was auch immer sie repräsentiert – ihre bedrohliche Energie und kommt verwandelt als eine Vielzahl ephemerer, zarter Nestlinge wieder zum Vorschein. Aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet verliert der Betrachter die dunkle Masse vor dem Kopf sogar aus den Augen, die auf diese Weise den Charakter einer unguten Erinnerung annimmt.

Die Idee zu diesem Werk sei ihr während der Quarantäne gekommen, die kürzlich aufgrund des Coronavirus verhängt wurde: „Die Covid-Krise hat eine Art Dunkelheit entfacht, und ich wollte zum Ausdruck bringen, was ich durchgemacht habe, um ein Kunstwerk zu schaffen, das aus dieser Dunkelheit entstehen konnte“, so Tamara Kvesitadze.  „In einer früheren Version sollten die Vögel auf einem blauen Hintergrund fliegen, aber dann ist diese Düsternis wie aus dem Nichts aufgetaucht. Diese schwere, schwarz-weiße Palette ist sehr real. Ich habe das Projekt beendet, als die Quarantäne aufgehoben wurde“.
Die wahre Bedeutung des Werks bleibt eine Frage der Interpretation, aber seine Botschaft ist universell. „Wir alle haben vor etwas Angst“, sagt Kvesitadze. „Gleichwohl müssen wir alle unsere Ängste verarbeiten, sie aufnehmen und verbrennen. Ich wünschte, es wäre weniger schmerzhaft, weniger beängstigend: wenn in dieser Arbeit die Dunkelheit kommt, bricht am Ende Licht hervor.“


Tamara Kvesitadze wurde 1968 in Tiflis geboren. Für ihre kinetischen Skulpturen erhielt sie international Anerkennung und machte die Bewegung zur Essenz ihres Schaffens. Vertreten von der in Berlin ansässigen Galerie Kornfeld, wurde ihr Werk bereits im Rahmen vieler internationaler Kunstmessen, sowie in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem bei der Biennale von Venedig 2007 und 2011. Ihre Werke befinden sich in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen in Frankreich, den USA, Deutschland, Großbritannien, Vietnam, China und Georgien. 2018 war Tamara Kvesitadze eine der wenigen internationalen Künstlerinnen, die virtuell auf Google Arts and Culture ausstellte, einer Online-Plattform mit Inhalten aus einigen der weltweit führenden Museen und Archive. 2019 wurde sie von der Sendung „In the Studio“ des BBC World Service porträtiert, die den Entstehungsprozess der Skulptur „Sigh for the Wuxi Resort“ in China dokumentierte.

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie weitere Informationen oder druckfähiges Bildmaterial wünschen, oder wir einen Interviewtermin mit der Künstlerin vermitteln dürfen, die im September zu Aufbau und Eröffnung ihrer Ausstellung nach Berlin kommt.

Wir freuen uns sehr auf Ihre Berichterstattung

Herzliche Grüße,
Tilman Treusch


Kontakt

Alfred Kornfeld: kornfeld@galeriekornfeld.com
Dr. Tilman Treusch: treusch@galeriekornfeld.com

Tel.: +49 30 889 225 890


---

GALERIEKORNFELD presents Tamara Kvesitadze: The Passage

Opening
Friday, September 11, 12am–8pm

Gallery Weekend:
Sat, September 12, 12am–7pm
Sun, September 13, 12am–7pm

Exhibition dates
September 11 – November 15,2020

Opening Hours
Tue–Sat, 12am–6pm
and by personal appointment

Location
Galerie Kornfeld, Fasanenstrasse 26, D-10719 Berlin


Dear ladies and gentlemen,

Born out of the darkness of quarantine and self-isolation, the new installation by the renowned Georgian artist Tamara Kvesitadze leads the viewer on an agonizing journey through change, which is both suffocating and hopeful.

Hoards of black birds, eerie and haunting, roam in the seeming chaos yet are controlled by an invisible force, driving them like prey into the trap of the human head that swallows them. What are those birds – nightmares, soul-destroying doubts, erratic thoughts, suffering of love, bitterness of loss or hallucinations? Who is the person – an artist, a lunatic, a poet, a politician or anyone who walks on the planet Earth?

This is “The Passage” – a new work by the celebrated Georgian artist Tamara Kvesitadze, which she created as the world went into a lockdown. Tamara is known for her kinetic sculptures combining art and engineering. Yet this time the installation is not moving, but the story unfolds as the viewer navigates through it.

The immersion is almost immediate – the room, which is 16 meters long and 2 meters wide, wraps around the viewer, helped by the light and shade. The birds – sculpted, drawn and reflected by shadow – seem to be everywhere. Squeezed by their aggressive packing, you can almost hear them howling. But it may not be the expression of aggression, but of fear - as the birds approach the human, the walls around them narrow, driving the flock right into the decoy. Without the chance for diversion, they fall victims to the makings of the human mind, which in turn also does not seem to control this co-dependent process. The human here is fixed and is reminding of a utility, whose sole purpose is to consume and convert the incoming force, without much choice. The result is, however uplifting. Having flown through the Passage, the dark mass of whatever it represents loses its threatening energy, coming out as a fine number of ephemeral delicate nestlings. From a certain angle, the viewer loses sight of the dark mass in front of the head, so it becomes a memory.

The artist admits that the idea came to her during the recent quarantine, imposed by coronavirus: “The Covid crisis has ignited some kind of darkness and I wanted to express what I have been going through to deliver a work of art that was able to be born out of this darkness, - says Tamara Kvesitadze. - In an earlier version the birds were supposed to be the flying on the blue background, but out of nowhere this gloom has emerged. This black and white-heavy palette is very real. And I finished this project when the quarantine was lifted”.

The true meaning of the piece is a matter of interpretation, but the message behind it is universal. “We all fear of something, - says Tamara. - Yet we all have to process our fears, take them in and burn them. I would like it to be less painful, less fearful, so in this work when darkness comes in, the light comes out.”


Tamara Kvesitadze was born in Tbilisi in 1968. She achieved international appeal through her work with kinetic sculpture, making movement the essence of her creativity. Represented by Berlin-based Galerie Kornfeld, Tamara has exhibited internationally in art fairs, in solo exhibitions and group presentations, including the Venice Biennale in 2007 and 2011. Her work can be found in major public and private collections in France, USA, Germany, UK, Vietnam, China and Georgia. In 2018 Tamara Kvesitadze became one of the few international artists to have a virtual exhibition on Google Arts and Culture, an online platform featuring content from some of the world’s leading museums and archives. In 2019 she was profiled by the BBC World Service programme “In the Studio”, which followed the process of creating the sculpture Sigh for the Wuxi resort in China.

If you would like further information or printable image material or to speak to the artist, please contact us. The artist will be in Berlin for the installtion and the opening of the exhibition.

Contact:

Alfred Kornfeld: kornfeld@galeriekornfeld.com
Shahane Hakobyan: hakobyan@galeriekornfeld.com

+49 30 889 225 890

OUR PROJECT SPACE:
VISIT WEBSITE